Konfluenz

Konfluenz ist wie die Isolation (Deflektion) ein Begriff aus der Gestalttherapie. Die Konfluenz ist ebenfalls ein Zustand, den Mitmenschen aufgrund ihrer Erfahrungen in der Kindheit mit ihrem Umfeld und Mitmenschen einnehmen.

In diesem Artikel schreibe ich darüber, inwieweit Konfluenz unser Beziehungsverhalten und unser Kommunikationsverhalten beeinflußt.

Entscheidung zur Konfluenz?

Während sich ein Teil unserer Mitmenschen für die Isolation entscheidet, finden andere ihr vermeintliches Heil in der Konfluenz. Auch dieser Grundausrichtung liegen wie bereits gesagt Erfahrungen vornehmlich in Beziehungen während der Kindheit zugrunde.

Obwohl oder gerade weil der Begriff aus der Gestalttherapie kommt, solltest Du Dich fragen, ob Du in Deiner Grundausrichtung konfluent bist und/oder Dich meistens konfluent verhälst.

Konfluenz als Ausrichtung in Beziehungen

Menschen mit konfluenter Grundausrichtung wünschen sich Kontakt zu sehr bzw. haben Schwierigkeiten mit ihren eigenen Grenzen und den Grenzen ihrer Mitmenschen.

Auf der einen Seite gelingt es konfluenten Mitmenschen eher selten, die eigenen Grenzen zu merken. Erhebliche Schwierigkeiten haben sie, ihre eigenen Vorstellungen zu formulieren sowie ihre Grenzen zu setzen.

Auf der anderen Seite fällt es Konfluentikern sehr schwer, die Grenzen anderer zu merken bzw. zu akzeptieren.

Auch Mitmenschen mit konfluenter Ausrichtung begreifen ihre Orientierung selbstverständlich als zu ihnen gehörend. Denn sie haben ihre Entscheidung in der Kindheit getroffen.

Erschwerter Kontakt

Ihr angestrebtes Ziel ist vornehmlich Harmonie und Ausgleich. Für ihre Mitmenschen ist das Kontakterleben oft dadurch erschwert, weil Konfluentiker mit ihren Mitmmenschen verschmelzen (möchten).

Isolatoren erleben dies entsprechend oft als bedrohlich und laufen Gefahr, sich mehr in sich selbst zurück zu ziehen als sie es für gewöhnlich tun würden.

Eigenes Kontaktverhalten hinterfragen

Auch für Konfluentiker ist es im Erwachsenenalter von elementarer Bedeutung, die eigene Ausrichtung zu untersuchen. Denn die Entscheidung in der Kindheit, mit anderen verschmelzen zu wollen, ist im Erwachsenenleben nicht mehr angemessen.

Mit konfluenter Ausrichtung und konfluentem Verhalten erschweren sich Mitmenschen das Durchsetzen eigener Wünsche und die eigene Grenzsetzung.

Fazit

Auch die Konfluenz hat für Mitmenschen dieser Ausrichtung unangenehme Auswirkungen. Konfluentiker sind mehr auf ihr Umfeld und ihre Mitmenschen ausgerichtet als auf sich selbst. Sie sind deshalb eher gefährdet, ihre eigenen Wünsche hinten an zu stellen und ihre Grenzen nicht nach außen hin zu vertreten. Eine Vergenwärtigung ihrer Orientierung ist Vorrassetzung zur Einleitung von Veränderungen.

Über Michael Ueberschaer

Ich bin Michael Ueberschaer. Ich blogge zu den Kernthemen Beziehung und Kommunikation sowie den Unterthemen Bildung, Erziehung, Gesundheit und Häusliche Gewalt. Bis jetzt habe ich 70 Artikel veröffentlicht. Bezüglich der Kernthemen und Unterthemen findest Du Links zu den Leitartikeln in den beiden oberen Memüs.  

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