Männer reden nicht über Gefühle – 6 Gründe und die toxischen Folgen

Die Auffassung ist weit verbreitet: Männer reden nicht über Gefühle. Und Männer reden teilweise sehr viel. Sie reden über Computer, Autos, Fußball, Politik und vieles mehr. Und selbstverständlich gibt es auch Männer, die über Gefühle reden.

Doch die meisten Männer haben eine klare Haltung. Über Gefühle zu sprechen bringt nichts. Diese Haltung haftet Männern oft an. Und dies gilt im besonderen Maße im Kontakt mit ihren Partnerinnen und Ehefrauen.

Warum Männer besonders innerhalb ihrer Partnerschaft oder Ehe kaum über Gefühle sprechen und welche Folgen dies hat, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Männer reden nicht über Gefühle – Sie erleben keine Männer mit Gefühlen

Männer wachsen als Jungen oft ohne männliche Vorbilder auf, die ihnen zeigen, dass auch Jungen Gefühle haben (dürfen). Der Grund dafür kann sein:

  • Der Vater verläßt die Familie (während der Schwangerschaft oder z.B. nach der Geburt)
  • Aufgrund beruflicher Tätigkeit ist der Vater kaum zuhause
  • Dem Vater gelingt es selbst kaum, Gefühle zu merken und zu zeigen

Jungen bekommen dann nicht vorgelebt, als Junge (Mann) (unangenehme) Gefühle zu merken und diese zu zeigen.

Jungen machen außerdem die Erfahrung, dass sie mit ihren Gefühlen von Männern nicht wahrgenommen werden. Auch deshalb stellen den Sinn von Gefühlen in Frage.

Männer reden nicht über Gefühle – Sie erleben Frauen mit Gefühlen

Männer wachsen als Jungen oft vornehmlich mit weiblichen Bezugspersonen auf; mit ihrer Mutter, Ihrer Oma, Erzieherinnen und Grundschullehrerin. Diese leben ihnen vor, wie sich eine weibliche Person verhalten darf.

Dadurch verbinden sie die meisten Gefühle mit Weiblichkeit beziehungsweise Frausein.

Männer reden nicht über Gefühle – Sie entscheiden, sie weg zu machen, sie nicht haben zu dürfen

Männer reden nicht über Gefühle, weil sie die meisten Gefühle nicht haben dürfen. Es kursiert ein rudimentäres Wissen darüber, dass Männer alles im Griff haben müssen. Dazu gehört dann auch, sich als Mann die meisten Gefühle zu verbieten.

Die Entscheidung gegen die meisten Gefühle treffen Männer während ihrer Kindheit, also als Junge. Damit ist verbunden, dass Männer Gefühle als negativ und positiv bewerten.

Männer reden nicht über Gefühle – Sie machen ihre Gefühle weg

Aufgrund ihrer Entscheidung beginnen Männer damit, die meisten Gefühle aktiv zu beseitigen. Stellen sich diese bei ihnen ein, schieben sie diese beiseite. Dabei wenden sie offensichtliche und verborgene Techniken an.

Männer reden nicht über Gefühle – Sie merken ihre Gefühle nicht

Im Laufe der Jahre werden sie Profis im Gefühle beseitigen. Gleichzeitig merken sie allerdings nicht, dass es aufwendig ist, Gefühle weg zu schieben. Dennoch arbeiten sie stetig daran, ihre Techniken zu verbessern.

Im Laufe der Jahre werden sie darin derart gut, dass sie ihre Gefühle überhaupt nicht mehr merken.

Männer reden nicht über Gefühle – Sie können nicht über ihre Gefühle reden

Über Jahrzehnte perfektioniert, merken Männer die meisten Gefühle also nicht mehr. Über Gefühle können wir jedoch nur reden, wenn wir sie auch wahrnehmen. Männer sprechen nicht über Gefühle, weil sie nicht können. Und weil sie es nicht können, wollen sie auch nicht über ihre Gefühle sprechen.

Dennoch stellen sich Gefühle bei ihnen ständig ein. Diese wollen an die Oberfläche, sind zwar vorhanden, allerdings eher diffus mit erheblicher Energie und in großer Menge. Männer sind dann damit überfordert, sich selbst mit ihren Gefühlen zu sortieren.

Obwohl vorhanden, merken Männer ihre Gefühle nicht und können sie somit auch nicht benennen. Sie wissen oft schlichtweg nicht, wie es ihnen gerade geht.

Männer reden nicht über Gefühle – Die Folgen

Erschwerte Lebensgestaltung

Die Folgen des Verhaltens von Männern sind eklatant. Ihr Verhalten wirkt sich nachhaltig auf ihre Lebensgestaltung aus. Denn Männer können ihre Grenzen nicht wahrnehmen, wenn sie ihre Gefühle nicht merken.

Männer sind deshalb weniger in der Lage, ihre Bedürfnisse und Wünsche zu erkennen. Damit erschweren sie sich selbst eine zufreidenstellende Lebensgestaltung.

Gefährdete Gesundheit

Unsere Gefühle geben und deutliche Hinweise. Ein Gefühl von besonderer Bedeutung ist beispielsweise Überforderung. Männer merken ihre Überforderung nur selten, sodass sie jenseits ihrer Leistungsfähigkeit Dinge tun.

Wenn Männer nicht auf sich hören können bzw. dürfen, verlieren sie ihr persönliches Wohlergehen und damit auch ihre eigene Gesundheit aus dem Blick

Erschwerte Beziehungsgestaltung

Außerdem fällt Männern dadurch die Beziehungsgestaltung und Kontaktgestaltung schwer. Denn dafür benötigen wir unsere Grenzen anhand unserer Gefühle.

Ohne Kontakt erleben wir wenig Beziehung in Partnerschaft und Ehe. Nur wenn wir unsere eigenen Gefühle merken und leben, können wir dies unseren Mitmenschen zugestehen. Männer wehren auch deshalb die Kontaktangebote ihrer Partnerinnen und Ehefrauen oft ab.

Beziehungsprobleme und Beziehungskrisen aufgrund mangelnder Kommunikation und Konfliktfähigkeit erzeugen Männer damit zu einem recht großen Teil selbst. Da sie ihr Verhalten jedoch als zu ihnen gehörend begreifen, erkennen sie die Tragweite ihres Tuns nur selten.

Nicht über Gefühle zu sprechen, dient auch der Aufrechterhaltung des eigenen Bildes vom Mannsein. Besonders im Kontakt mit ihren Partnerinnen und Ehefrauen möchten Männer unzweifelhaft Männer sein und bleiben.

Männer reden nicht über Gefühle – Auch Du als Mann, Dein Partner oder Ehemann?

Männer reden nicht über Gefühle, weil sie oft keine Idee haben, welche Gefühle bei ihnen vorhanden sind. Die meisten Gefühle können sie nicht als wichtige Ressource nutzen. Die Auswirkungen auf ihre Lebensgestaltung, Gesundheit und ihre Beziehungen wiederfahren Männern und sie können oft nicht erkennen, dass ihr Umgang mit ihren Gefühlen ursächlich ist.

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