Partner verweigert Kommunikation

Zuletzt aktualisiert am 11. Februar 2022

Partner verweigert die Kommunikation - Gender Hinweis

Wenn Dein Partner die Kommunikation mit Dir verweigert, ist es wichtig, dass du bei Dir bleibst. Auf das Verhalten unseres Partners haben wir keinen direkten Einfluß. Wir können nur unser eigenes Verhalten direkt verändern.

Dein Partner kann unter unterschiedlichsten Bedingungen die Kommunikation mit Dir verweigern.

In diesem Artikel gehe ich auf einige Rahmenbedingungen ein und zeige Möglichkeiten Deines Verhaltens auf.

Nicht kommunizieren geht nicht?

Es wird immer und immer wieder heran gezogen. Das Kommunikationsmodell von Watzlawick. Wenn Du meinen Artikel gelesen hast, dann weißt Du zum einen, dass ich von der Behauptung nichts halte. Zum zweiten hast Du vielleicht bereits eine Ahnung, dass sie Dir bei Deiner Kommunikation mit Deinem Partner keine Hilfe sein wird.

Wenn Dein Partner die Kommunikation verweigert, teilt er Dir überhaupt nichts mit. Lass Dir auf keinen Fall etwas anderes einreden! Das gilt, wenn er überhaupt nicht mit Dir spricht.

Meinungsverschiedenheiten und Verweigerung der Kommunikation

Meinungsverschiedenheiten könnt ihr bezüglich der unterschiedlichsten Fragestellungen haben.

Manchmal ist der Anlass für Meinungsverschiedenheiten recht banal. Zum Beispiel ein gemeinsam geschauter Film oder ein Beitrag im Fernsehen. War der Film gut oder schlecht? Ist die Kernaussage des Beitrags richtig oder falsch?

Auch verschiedene Musikgeschmäcker können Reibungen verursachen. Wenn Dein Partner Deine Lieblingsband gar nicht gut findet oder umgekehrt, kann sich daraus eine problematisch verlaufende Diskussion entwickeln.

Egal worüber ihr anfangs gesprochen habt, kann sich am Ende ein ganz anderes Thema in den Vordergrund schieben. Meinungsverschiedenheiten haben immer, wirklich immer eines gemeinsam. Sie verursachen auf beiden Seiten unangenehme Gefühle.

Meistens entsteht nach Meinungsverschiedenheiten eine Gemengelage von Gefühlen. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten ist die Gemeinsamkeit in Deiner Beziehung punktuell weg. Meinungsverschiedenheiten machen selbstverständlich keinen Spass. Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Du und Deinen Partner kann es einsam, verwirrt, traurig oder ratlos zurücklassen.

Konflikte und Dein Partner verweigert die Kommunikation

Konflikte sind keine Meinungsverschiedenheiten. Sie entstehen zwischen Dir und Deinem Partner, wenn sich Eure momentanen Interessen nicht decken. Außerdem muss mindestens eine Seite die eigenen Bedarfe dazu klar und deutlich formulieren.

Konflikte können wir nicht ohne funktionierende Kommunikation beilegen. Dennoch wählen viele Mitmenschen in solchen Phasen den Rückzug.

Als vorübergehende Strategie ist dies vielleicht ertragbar. Doch als dauerhafte Strategie ist das nicht akzeptabel.

Konflikte erzeugen ebenfalls unangenehme Gefühle. Ungeklärte Konflikte ziehen diverse Auswirkungen nach sich. Doch eines sollte Dir klar sein.

Nicht jeder Konflikt läßt sich im Sinne eines Kompromisses klären. Manchmal müssen wir innerhalb unserer Partnerschaft oder Ehe auch zurück treten. Allerdings sollte dann später ein entsprechender Ausgleich stattfinden. Und manchmal ist es notwendig, dass beide Seiten in sich gehen und sich ordnen. Dann können sie herausbekommen, welche Gefühle eine Rolle spielen. Später können sie hoffentlich konkreter formulieren.

Ohne Kommunikation können wir allerdings auch hierfür keine Verständigung erreichen.

Beziehungsprobleme und keine Kommunikation mehr

Bei dauerhaften und nennenswerten Beziehungsproblemen ist die Verweigerung der Kommunikation kein probates Mittel mehr.

Umso schwerwiegender ist dann, wenn unser Partner uns die Kommunikation verweigert. Fataler Weise entstehen diverse Beziehungsprobleme aufgrund mangelhafter Kommunikation. Bei solchen Beziehungsproblemen kann ein Kreislauf entstehen. Mangelnde Kommunikation verursacht Beziehungsprobleme, über die dann noch seltener und unpräziser miteinander gesprochen wird.

Dies löst viele Gefühle aus:

  • Ohnmacht
  • Hilflosigkeit
  • Ratlosigkeit
  • Einsamkeit
  • Verzweiflung

Diese Gefühle gehen nicht weg. Nur wenn sie Raum bekommen, können sie sich entfalten. Sie werden dann größer. Sie erreichen ihren Höhepunkt, werden später weniger und verschwinden dann. Dafür sind Gespräche ein probates Mittel; manchmal am besten mit unserem Partner. Manchmal sind Freunde oder professionelle Berater die bessere Wahl.

Beziehungskrise und Dein Partner verweigert die Kommunikation

Eine Beziehungskrise entsteht durch andauernde Beziehungsprobleme. Diese beeinträchtigen die Lebensqualität einer oder beider Seiten. Dann rückt eine Trennung als letzte Option zunehmend in den Vordergrund.

Mangelnde Kommunikation zeichnet sich dann durch zweierlei aus:

  • Keine Kommunikation oder minimale Kommunikation zur Alltagsbewältigung
  • Kommunikation ohne Verständigung über Gefühle, Bedürfnisse und Grenzen

Die Folge ist dann massive Kontaktlosigkeit. Der Kontakt zwischen Dir und Deinem Partner wird sehr dünn. Die Bindung zwischen Euch wird brüchig. Die Säule Soziale Kontakte trägt Deine oder Eure Identität nicht mehr. Sie wirkt sich demzufolge krisenhaft auf Eure Identität aus.

Gründe, warum Dein Partner eventuell die Kommunikation verweigert

Eines muss ich vorweg sagen. Bei diesem Abschnitt handelt es sich um rein spekulative Ansätze. Grundsätzlich ist die Beschäftigung mit dem Gegenüber nicht empfehlenswert. Denn sie hindert uns wie andere Techniken daran, bei uns zu bleiben.

Mannsein in Gefahr

Männer müssen und wollen Männer sein. Um dies sicher zu stellen, vermeiden sie Gespräche über unangenehme Gefühle. Dein Partner verweigert lieber die Kommunikation anstatt sein Mannsein einer weiteren Bedrohung auszusetzen.

Frausein in Gefahr

Frauen lehnen aggressives und lautes verhalten ab, denn dies ist wenig weiblich. Befürchten sie, in Gesprächen ärgerlich zu werden, aus der Haut zu fahren, werden sie gegebenenfalls das miteinander reden verweigern.

Ablehnung der eigenen Person

Niemand möchte von seinem partner abgelehnt werden. Dennoch kann sich dieser Eindruck einstellen. Dann erscheinem Deinem Partner Gespräche vielleicht sinnlos. Dabei kann eine Rolle spielen, dass Dein Partner sich selbst momentan abwertet und sich als Person in Frage stellt.

Gefühle wie Scham, Überforderung oder Ohnmacht

Sind wir mit Scham konfrontiert, aufgrund unseres Verhaltens beispielsweise, kann dies uns daran hindern, Gespräche zu führen. Dies gilt insbesondere für Männer. Auch Überforderung oder Ohnmacht sind Gefühle, mit denen Männer selten offen umgehen. Nicht zu reden erscheint dann manchmal als einzige Option, weil Männer dann Ärger und Wut produzieren.

Angst vor weiteren Verletzungen

Ist die Angst, dass Ihr Euch in weiteren Gesprächen erneut verletzten würdet, gross und berechtigt, ist es subjektiv vielleicht besser, nichts zu sagen und Gespräche zu vermeiden.

Kommunikation verbessern

Ihr solltet die eigenen Kommunikationsfähigkeiten rechtzeitig verbessern. Denn dann könnt ihr Euch rechtzeitig bei Meinungsverschiedenheiten oder Konflikten verständigen. Dabei sollte folgendes im Vordergrund stehen:

  • eigenen Gefühlen Raum geben
  • dadurch eigene Befarfe und Grenzen erkennen
  • und diese dem Anderen in Gesprächen erfolgreich vermitteln

Rechtzeitig bedeutet, sich dem eigenen Kommunikationsverhalten nicht erst in Krisenzeiten zuzuwenden. Es ist sinnvoll, in entspannten Zeiten zu lernen, klarer zu kommunizieren. Dann werdet ihr in schwierigen Phasen gewappnet sein.

Wenn Dein Partner die Kommunikation verweigert, bist Du besonders gefordert. Du solltest klar formulieren, was sein Verhalten bei Dir auslöst.

Da das vornehmliche Gefühl bei Dir Ohnmacht sein wird, bist Du sehr verleitet, zu spekulieren. Dies solltest Du Deinem Partner möglichst vermitteln. Höre in Dich hinein und merke Deine Gefühle, die sich aufgrund der Verweigerungshaltung Deines Partners einstellen.

Eure Partner verweigern die Kommunikation

Die Kommunikation zu verweigern kann für euren Partner aus persönlichen Gründen sinnvoll sein. Für euch hingegen bedeutet dies eine Menge an unangenehmen Gefühlen. Und ihr seid verleitet, über die Motive eures Partners zu spekulieren.

Kontaktangebote mithilfe der Selbstoffenbarung sind dann sinnvoll. Indes ist damit nicht automatisch verbunden, dass euer Partner euer Angebot annimmt.

Verweigert euer Partner momentan die Kommunikation? Wie geht es euch damit? Habt Ihr bereits über euer Befinden gesprochen?

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