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Schulpolitik in Corona Zeiten

Schulpolitik in Corona Zeiten

Die Schulpolitik ist in den Zeiten der Corona Pandemie ein stark frequentiertes Thema. Die Gründe hierfür sind derart vielschichtig, dass ein kompletter Überblick schwer fällt.

Eines liegt dennoch auf der Hand. Das digitale Lernen wird mehr denn je gefordert. Und die Umsetzung kritsieren viele Interessenverteter.

Nun werden in einem Artikel bei der Tagesschau mehrere Damen und Herren zitiert. Diese kommen aus unterschiedlichen Fachgebieten. Sie vertreten verschiedene Interessen und kritisieren auf ihre Weise die Schulpolitik in der Pandemie.

Im folgenden schaue ich mir die Kritik der einzelnen Personen an.

Deutscher Kinderschutzbund

Der Name der Organisation gibt ausreichend Hinweis darauf, wessen Interessen sie vertritt.

Präsident Heinz Hilgers äußert hingegen:

Es ist mir ein Rätsel, warum die Länder den Sommer nicht genutzt haben, klare und verbindliche Regelungen für Präsenzbetrieb, Wechselunterricht und Fernunterricht zu entwickeln und die Schulen entsprechend auszustatten

https://www.tagesschau.de/inland/schulpolitik-corona-reform-101.html

Letztendlich drückt Herr Hilgers sein Unverständnis aus. Als harsche Kritik, wie im Artikel behauptet, würde ich dieses Aussage keinesfalls bezeichnen.

Es ist nachvollziehbar, dass viele Mitmenschen sich ob der aktuellen Pandemie Planbarkeit und Klarheit wünschen.

Schulpolitik und Eigenständigkeit der Schulen auch zu Corona Zeiten

Doch Herr Hilgers läßt eines außer Acht. Der Schulbetrieb hat bereits vor der Pandemie Schüler, Eltern und Lehrer überfordert. Wer schon mal in einer Behörde oder behördenähnlichen Einrichtung im Bereich Bildung oder Pädagogik gearbeitet hat, weiss, dass diese Bereiche grundsätzlich auf Naht ‚organisiert‘ sind. Die mangelnde technische Ausstattung und Betreuung der Technik ist hier nur eines von vielen Defiziten.

Schulen sind heute eigenständige Betriebe, die auf sich allein gestellt sind. Dies gilt nun auch für die Entwicklung von Hygienekonzepten. Es ist auch nicht damit getan, Tablets oder Notebooks anzuschaffen. Bei einer Schule mit 800 Schülern braucht es mehr als nur einen IT-Fachmann. Jede Schule ist auch bzgl. ihrer räumlichen Gegebenheiten einmalig. Allgemeingültige Regelungen stoßen sehr schnell an ihre Grenzen und überfordern Schüler und Lehrer.

Das ist ein Versagen, das die Akzeptanz in die notwendigen Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung zu mindern droht.

https://www.tagesschau.de/inland/schulpolitik-corona-reform-101.html

Es ist nicht ausgeschlossen, dass das ewige hin und her aufgrund mangelnder gesicherter Erkenntnisse zur Pandemie sich auf die Akzeptanz in der Bevölkerung auswirkt. Auch hier sind die Interessen der Kinder nur rudimentär bedacht.

Spannungsfelder und Zielkonflikte

Doch die aktuelle Situation erzeugt viele Spannungsfelder und Zielkonflikte. Verantwortlich werden in erster Linie die Lehrer gemacht. Diese sorgen sich lediglich um ihre Gesundheit. Und sie bieten mangelhaften digitalen Unterricht.

Behörden oder die Politik wollen unbedingt Abschlüsse für die Schüler. Eltern und Lehrer waren auch vor der Pandemie überfordert.

Es muss doch jedem klar sein, dass Homescooling kein Unterricht im klassischen Sinne ersetzen kann.

Mütter oder welcher Väter können keinen 6-stündigen Schultag gestalten. Sie haben weder die Zeit, Kompetenz noch Lust. Und Wechselunterricht macht aus einer 30-Stunden-Woche eine 15-Stunden-Woche. Es sei denn Lehrer produzieren Überstunden, die sie nicht bezahlt bekommen.

Leiter der PISA Studie lehnt sich weit aus dem Fenster

Während Bundesfamilienminsterin Giffey ebenfalls für einheitliche Regeln eintritt, hat der Leiter der PISA Studie Andreas Schleicher von ihm kaum weniger erwartbare Forderungen formuliert.

In der Corona-Krise habe sich gezeigt, dass sich die Aufgabe der Lehrkräfte verändert habe, sagte Schleicher, der OECD-Bildungsdirektor. Es gehe nicht mehr vorwiegend um Wissensvermittlung. Das könne Technologie heute bereits ganz gut.

https://www.tagesschau.de/inland/schulpolitik-corona-reform-101.html

Während Frau Giffey wenigstens Lehrerin werden wollte, kann man nicht sagen, dass Herr Schleicher einen beruflichen Hintergrund hat, der es ihm gestattet, qualifiziert über Pädagogik zu sprechen oder Lehrer zu beurteilen.

„Als Lehrkraft von heute, von morgen, müssen Sie ein guter Coach sein, ein guter Mentor sein.“

https://www.tagesschau.de/inland/schulpolitik-corona-reform-101.html

Mit diesem Satz zitiert, offenbart Herr Schleicher das ganze Dilemma der bildungspolitischen Entwicklung in Deutschland aufgrund der PISA Studie.

Ein Coach ist nichts anderes als ein Trainer. Ein Trainer trainiert Menschen.

durch systematisches Training auf etwas, besonders auf einen Wettkampf vorbereiten, in gute Kondition bringen

https://www.duden.de/rechtschreibung/trainieren

Da stellt sich die Frage, auf welchen Wettkampf der Trainer (Lehrer) denn vorbereiten soll. Ein Artikel aus dem Jahr 2013 mit einem Interview zum Thema PISA gibt hier, so denke ich, eine treffliche Antwort.

Fürsprecher, Förderer, erfahrener Berater

https://www.duden.de/rechtschreibung/Mentor_Berater_Trainer

Ein Mentor spricht für Schüler, fördert Schüler und berät sie. Das war auch schon vor 40 Jahren die Aufgabe eines Lehrers. Und es gab Lehrer, die das gut gemacht haben und andere, die daran gescheitert sind.

Schulpolitik und Eure Kinder in Corona Zeiten

Die Schulpolitik in Deutschland steht nicht erst seit der Pandemie in der Kritik. Die PISA Studien haben diesbezüglich eher Verschlechterungen verursacht. Zu viele Personen, die nicht qualifiziert sind, reden der Pädagogik dazwischen. Doch in Zeiten der Corona Pandemie kann es nicht mehr nur um Abschlüsse gehen, sondern auch um unser aller Gesundheit.

Wie ergeht es Euch mit den ständig wechselnden Rahmenbedingungen zur Beschulung Eurer Kinder?

Würdet Ihr begrüßen, wenn Euer Sohn oder eure Tochter 2022 an der PISA Studie teilnehmen müßte?

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