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Schweigen in der Ehe

Schweigen in der Ehe
Schweigen in der Ehe - Gender Hinweis

In der Ehe kann sich Schweigen zu einem ernsthaften Problem entwickeln. Es gibt die Auffassung, dass wir auch dann etwas sagen, wenn wir schweigen. Dem kann ich nicht zustimmen und sehe deshalb das Kommunikationsmodell von Watzlawick kritisch.

Schweigen in der Ehe ist erst dann problematisch, wenn es gewisse Kriterien erfüllt.

Im folgenden erfährst Du, wann das Schweigen Deines Ehepartners problematisch ist. Außerdem kläre ich darüber auf, wie Du Dich dann verhalten solltest.

Schweigen im Alltag Deiner Ehe

Entgegen der allgemeinen Auffassung teilen wir nichts konkretes mit, wenn wir (einmal) schweigen.

Wenn wir nichts sagen, senden wir also keine Nachricht im Sinne von ‚Ich möchte meine Ruhe haben‘ oder ‚Sprich mich nicht an‘. Ich weiss, dass auch im Kommunikationsmodell von Watzlawick etwas anderes proklamiert wird. Doch das Verhalten eines Mitmenschen, also auch das nicht sprechen, ist nicht immer auf uns bezogen. Wenn Dein Partner oder Deine Partnerin schweigt, hat dies nicht grundsätzlich etwas mit Dir zu tun.

Noch viel weniger möchte Dein Partner Dir damit immer etwas mitteilen. Das schließt nicht aus, dass wir mit einem besonderen Phänomen konfrontiert sind, welches Gefühle auslösen kann.

Bekanntes Verhalten

Schweigen sollte möglich sein

Es heißt nicht ohne Grund Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Wenn Dein Partner in entspannten Phasen Eurer Beziehung kein Wort zu viel spricht, dann ist dies nicht per se problematisch.

Es kann sogar Ausdruck dafür sein, dass er oder sie sich in Deiner Gegenwart entspannen kann und/oder Dir vollends vertraut.

Ich halte es für wichtig und auch erstrebenswert, in einer Ehe auch einfach mal zusammen zu sein ohne ein Wort.

Anders formuliert gibt es manchmal einfach nichts zu sagen. Und auch im Sinne der eigenen Erholung sollten wir es unserem Partner oder unserer Partnerin gestatten, einmal Ruhe zu bewahren.

Schweigen unpassend bei Gesprächsbedarf

Andererseits ist mangelnde Kommunikation besonders dann wenig hilfreich, wenn Du selbst oder Dein Partner mit unangenehmen Gefühlen konfrontiert seid. Es ist selbstverständlich wichtig, Dir oder Deinem Partner Einblicke in seine oder Deine aktuellen Gefühle zu ermöglichen. Dies geht nur mithilfe von Austausch in Gesprächen.

Vornehmlich Männer sind oft daran gehindert, die eigenen Gefühle zu merken. Da sie sich diese Gefühle oft verbieten, nutzen sie Techniken, diese zu beseitigen. Je weniger wir Zugriff auf unsere Gefühle haben desto weniger können wir von ihnen erzählen.

Auch hieraus kann sich eine allgemeine Sprachlosigkeit bei Deinem Partner einstellen. Reagiert Dein Partner auf Deine Kontaktangebote ungehalten oder aggressiv, ist es sehr wahrscheinlich, dass er mit unangenehmen Gefühlen zu tun hat.

Denn auch aggressives Verhalten ist eine mögliche Technik zum Beseitigen von unangenehmen Gefühlen.

Unbekanntes Verhalten

Unter normalen Umständen verbringen wir die meiste Zeit mit unserem Partner. Insofern wissen wir, ob unser Partner im Alltag eher sparsam mit Worten umgeht. Wir wissen auch, ob unser Partner (meistens) bereit und/oder in der Lage ist, sich eindeutig mit Selbstoffenbarungen, Appellen oder Beziehungsaussagen mitzuteilen.

Sollte Dein Partner entgegen seiner allgemeinen Gesprächigkeit oft und/oder lange schweigen, bist Du mit einem neuen Verhalten Deines Partners konfrontiert. Nun ist für Dich die Versuchung groß, zu spekulieren.

Damit Du der Versuchung wiederstehen kannst, solltest Du Deinem Partner Kontakt anbieten, am besten mit einer Selbstoffenbarung wie zum Beispiel:

Mein Eindruck ist, dass Du in letzter Zeit (oft) schweigsam bist.

Wenn Dein Partner Dein Angebot annimmt, wird er Deinen Eindruck eventuell bestätigen und über die Gründe sprechen.

Bedenke, dass Dein Partner dir nichts konkretes mitteilt, wenn er oder sie schweigt!

Schweigen als Problemverhalten

Ganz anders ist das Schweigen Deines Partners einzuschätzen, wenn es auch das gängige Problemverhalten Deines Partners darstellt. Wenn Du aus irgendeinem Grund Gesprächsbedarf hast, sollte Dein Partner in der Lage und gewillt sein, mit Dir in Gesprächen zur Verständigung zu gelangen.

Sei oder werde Dir bewußt, ob Dein Partner ein Isolator oder ein Konfluentiker ist! Nutze entsprechend Botschaften entweder auf der Beziehungsebene oder auf der Appellebene!

Schweigen ist letztendlich eine Kontaktverweigerung und Du kannst entsprechend versuchen, Deinem Partner Kontakt anzubieten. Zur Beziehungsgestaltung gehört, dass Dein Partner Deine Kontaktangebote beizeiten annimmt.

Es kann natürlich sein, dass sich Dein Partner dauerhaft, also länger als 1 oder 2 Wochen oder sogar 4 Wochen nicht mitteilt. Dann solltest Du dazu übergehen, ihm mitzuteilen wie es Dir mit seinem Schweigen geht, also welche Gefühle sich bei Dir einstellen.

Längeres Schweigen kann Verunsicherung, Ohnmacht, Hilflosigkeit und Verzweiflung auslösen, um einige mögliche Gefühle zu benennen.

Schweigen auch in Deiner Ehe?

Schweigen kann ein bekanntes oder ein unbekanntes Verhalten Deines Partners sein. Bei Beziehungsproblemen, die Deinen Gesprächsbedarf zur Folge haben, verweigert Dein Partner mit seinem Schweigen Kontakt, wenn sein Schweigen mehrere Wochen anhält.

Für Eure Beziehung und für Dich ist dies schädlich, denn mangelnder Kontakt macht einsam.

Seid ihr aktuell damit konfrontiert, dass Euer Partner schweigt? Schildert Eure konkrete Situation, wenn Euer Partner Eure Kontaktangebote nicht annimmt!

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