Transaktionsanalyse und Kindheits-Ich

Zuletzt aktualisiert am 24. August 2021

In der Transaktionsanalyse von Eric Berne ist neben dem Eltern-Ich und dem Erwachsenen-Ich das Kindheits-Ich als Ich-Zustand von besonderer Bedeutung.

Die Transaktionsanalyse stößt uns mit ihrem Ansatz darauf, dass wir uns oft unbewußt in einem von 3 Ich-Zuständen befinden.

Im folgenden fasse ich die wesentlichen Aspekte des Ich-Zustandes im Kindheits-Ich zusammen.

Der Begriff Kindheits-Ich aus der Transaktionsanalyse läßt es schon erahnen. Wir können uns in einem Ich-Zustand befinden. In diesem erleben wir nicht nur Gefühle aus unserer Kindheit. Aufgrund der ‚alten‘ Gefühle neigen wir in diesem Zustand auch dazu, uns eher kindlich zu verhalten. Und wir gestalten unsere Kommunikation anhand dieser wieder auflebenden Gefühle.

Kindheits-Ich und Gefühle

Unsere Gefühle sind auf der einen Seite für uns ein wichtiger Indikator. Sie ermöglichen uns eine bewußte Lebensgestaltung und Kommunikationsgestaltung. Denn wir treffen auf dem Hintergrund unserer Gefühle Entscheidungen. Außerdem können wir anhand unserer Gefühle Kontakt innerhalb unserer Kommunikation gestalten.

Das ändert sich allerdings, wenn wir uns als Erwachsenene mehr oder weniger unbewußt im Kindheits-Ich befinden. Dann kann es sein, dass wir Gefühle erleben, die wir aus unserer Kindheit kennen. Diese Gefühle sind nicht echt und beeinflußen dann dennoch unser Erleben im Hier und Jetzt.

Kindheits-Ich und Verhalten

Während es als Kind selbstverständlich ist, bestimmte Verhaltensweisen zu zeigen, fällt man als Erwachsener damit schnell auf. Anders gesagt sind gewisse Verhaltensweisen als Kind angemessen und als Erwachsener nicht mehr. Befinden wir uns als Erwachsene im Kindheits-Ich, ist dies laut Transaktionsanalyse nicht immer hilfreich.

Der Klassiker ist meines Erachtens, ein eigenes Verhalten nicht einzuräumen, obwohl kein Zweifel bestehen kann. Kinder neigen bei einem gewissen Alter genau dazu. Sie werden bei etwas beobachtet und leugnen dennoch.

Ein weitere Verhalten, welches eher Kindern zugeschrieben wird, ist das Schmollen. Also nicht über die eigenen, konkreten Gefühle zu sprechen, sondern ein Gespräch zu blockieren und den eigenen Unwillen durch Mimik oder gestik zum Ausdruck bringen.

Solche Verhaltensweisen werden Kindern nachgesehen. Erwachsene sollten sich anders verhalten können. Doch wenn sie sich im Kindheits-Ich befinden, mag ihnen dies nicht gelingen.

Transaktionsanalyse und Kommunikation im Kindheits-Ich

Es liegt auf der Hand. Das eigene Kommunikationsverhalten im Kindheits-Ich kann Verständigung immens erschweren. Denn alte Gefühle sind nicht hilfreich bei der Kommunikationsgestaltung. Für eure Selbstoffenbarung benötigt ihr vollen Zugriff auf eure aktuellen Gefühle. Wenn diese durch alte Gefühle überlagert werden, euch sogar daran hindern, sie wahrzunehmen, seid ihr zu Selbstoffenbarungen bezogen auf die Gegenwart (eher) nicht in der Lage.

Dennoch ist es nicht grundsätzlich verwerflich, mit alten Gefühlen konfrontiert zu sein. Wichtig ist laut Transaktionsanalyse, sich dieses besonderen Ich-Zustands, dem Kindheits-Ich, bewußt zu sein oder zu werden.

So kann es sein, dass ihr ein erhöhtes Anlehnungsbedürfnis haben, weil ihr euch so einsam wie in Kindertagen fühlt. Für eure Kommunikation kann dies bedeuten, euren Mitmenschen auch darauf hinzuweisen.

Wenn ihr nicht reden wollt mit eurem Partner, dann werdet ihr vielleicht verleitet, zu schmollen. Das ist allerdings in einer Partnerschaft oder Ehe überhaupt nicht hilfreich. Befindet ihr euch auf diese Weise im Kindheits-ich, werdet euch dessen gewahr! Dann könnt ihr eher wieder Zugriff auf eure gegenwärtigen Gefühle erlangen.

Kommunikation zur Verständigung wird dann wieder möglich.

Transaktionsanalyse und Euer Kindheits-Ich

Wenn ihr mit euren Mitmenschen sprecht, solltet ihr wissen, ob ihr euch im Kindheits-Ich befindet. Es ist nicht grundsätzlich problematisch. Wollt ihr euch allerdingsselbst offenbaren oder Wünsche formulieren, solltet ihr wissen, ob ihr mit eurer Kindheit beschäftigt seid.

Das Kindheits-Ich ist der erste Ich-Zustand aus der Transaktionsanalyse. Habt ihr diesbezüglich bereits Erfahrungen sammeln können? Ist euer Kindheits-Ich hinderlich für eure Kommunikation?

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