Natürlich, wird jeder sagen, ist es wichtig, Aufklärung zu erhalten und aufgeklärt zu sein. Doch ist das heute gar nicht mehr so einfach.

Denn heute kann jeder seinen Senf ohne große Schwierigkeiten irgendwo loswerden. Soziale Netzwerke sind unter anderem ein Einfalltor für Halbwahrheiten und nicht verifizierte Behauptungen.

Nun ist nicht jedes Halbwissen automatisch problematisch. Wie die Auswirkungen sind, hängt vom entsprechenden Thema ab.

Beziehung, Bildung, Erziehung, Gesundheit, Kommunikation

Ich bin grundsätzlich an den Themen Beziehung, Bildung, Erziehung, Gesundheit und Kommunikation interessiert. Das liegt wohl auch daran, dass ich ein geisteswissenschaftliches Studium absolviert habe. Ich bin Diplom-Sozialpädagoge und habe als solcher in viele Bereiche unserer Gesellschaft schauen dürfen.

Durch diese Einblicke wurde mir so einiges deutlich. Die eigene Lebensgestaltung ist eine große Herausforderung und wir können an vielen sogenannten Meilensteinen wachsen auch wenn wir einmal scheitern.

Ansatz der Gewaltberatung – Mein Leben verändern

Während meiner Tätigkeit in der stationären Jugendhilfe begegnete ich dem Ansatz der Gewaltberatung und Gewaltpädagogik. Damals war ich noch recht grün hinter den Ohren und voller Tatendrang. Schnell wurde ich mit den Rahmenbedingungen der Jugendhilfe konfrontiert. Der Helferansatz in der Sozialpädagogik war damals weit verbreitet und ist es heute noch.

Die Möglichkeit, eine Weiterbildung zum Gewaltberater und Gewaltpädagogen zu absolvieren, schien mir wohl auch auf diesem Hintergrund verlockend. In einem Gespräch mit einem zertifizierten Gewaltberater wurde mir eröffnet, dass diese Weiterbildung mein Leben verändern würde.

Also bewarb ich mich auf einen Platz. Im ‚Bewerbungsgespräch‘ ergab sich, dass ich die nötigen Voraussetzungen mitbringe. Also startete ich 2004 mit der 2 1/2 Jahre dauernden Weiterbildung beim Institut Lempert. 2007 schloss ich diese mit meinem Zertifikat als Gewaltberater und Gewaltpädagoge ab.

Und ich kann sagen, dass diese Ausbildung tatsächlich mein Leben verändert hat.

Bereits während der Ausbildung merkte ich, dass der Helferansatz für mich nicht mehr passte. Auch rückte die Jungenarbeit für mich zunehmend in den Fokus. Diese spielte in der Einrichtung keine Rolle. Jungenarbeit war damals und ist auch heute ein vernachlässigter Bereich in allen Bereichen der Bildung.

Glücklicher Weise konnte ich bereits Ende 2005 meine Tätigkeit als Bezugsbetreuer beenden. Relativ schnell fand ich meinen Weg in die Beratung von Tätern. Nach einer längeren Hospitation konnte ich bald eigenständig Täter dahingehend beraten, ihr Gewaltverhalten zu beenden. Dazu nutzte ich im Laufe der Zeit unterschiedliche Räumlichkeiten mit geringen laufenden Kosten.

Beratung von Tätern – 2 Erkenntnisse

Von 2014 bis 2016 führte ich Beratung von Männern in meinen eigenen Beratungsräumen durch. 2016 kündigte ich meine Beratungsräume und stellte mein Angebot der Beratung von Tätern ein.

Was war passiert? Ich musste zweierlei feststellen:

  1. Wenn Täter freiwillig in die Beratung kamen, konnten sie ihr Gewaltverhalten beenden
  2. Nur wenige Täter nutzten mein Angebot

Meinen Lebensunterhalt konnte ich mit dieser Tätigkeit nicht erwirtschaften. Das war für mich recht deprimierend. Noch viel deprimierender war für mich allerdings, dass die Möglichkeit, Gewaltverhalten zu beenden, so wenig genutzt wurde.

Heute weiß ich, dass die gesellschaftlichen Bedingungen dafür derzeit nicht gegeben sind.

Mein Leben als Mann hat die Weiterbildung zum Gewaltberater und Gewaltpädagogen nachhaltig verändert, weil ich mit mir als Mann endlich in Kontakt kam.

Ich würde mir wünschen, dass dies anderen Männern auch gelänge, doch bis dahin ist noch ein weiter Weg.

Auch aufgrund dieser Erkenntnis habe ich diesen Blog aufgesetzt und schreibe erst einmal diverse Artikel zu den Themen dieses Blogs.