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Was tun bei Problemen in der Beziehung – Gefühle offenbaren – Teil 3 – Tipps für Frauen

Was tun bei Problemen in der Beziehung

Was zunächst bei Problemen in einer Beziehung zu tun ist, habe ich im ersten und zweiten Artikel dieser Artikelserie skizziert. Du solltest Dir nun im klaren darüber sein, welche Gefühle sich bei Dir aufgrund welchen Phänomens oder Teilphänomens einstellen oder eingestellt haben. Es setzt selbstverständlich voraus, dass Du die beiden Artikel gelesen hast.

Bei Problemen in Deiner Beziehung stehen Dir nun Deine Gefühle zur Verfügung, anhand derer Du nun Deine nächsten Schritte einleiten kannst.

In diesem Artikel erfährst Du, welche Schritte Du als Nächstes tun kannst oder vielleicht auch solltest.

Artikel in dieser Artikelserie:

Ohnmacht aufgrund von Problemen in Deiner Beziehung

Eines der wohl unangenehmsten und störendsten Gefühle, die wir erleben können, ist Ohnmacht. Wenn wir ohnmächtig sind, dann sind wir kaum handlungsfähig. Auch Hilflosigkeit, Ratlosigkeit, Traurigkeit oder Verzweiflung können sich bei Dir aufgrund des Verhaltens Deines Partners einstellen.

Ohnmacht stellt sich bei uns ein, wenn wir auf jemanden oder etwas keinen Zugriff haben. Wenn wir das Verhalten unserer Mitmenschen nicht verstehen, auch weil sie dies nicht erklären (können), werden wir mit diesem sehr unangenehmen Gefühl Ohnmacht konfrontiert.

Die große Gefahr bei dem Gefühl Ohnmacht ist, dies (durchaus nachvollziehbar) nicht haben zu wollen. Wenn Du Dir dieses Gefühls gewahr bist, bist Du nicht davor geschützt, Mechanismen zu starten, dieses Gefühl weg zu bekommen.

Es ist deshalb wichtig, über Deine Ohnmacht zu sprechen; mit Deinen Eltern, Geschwistern oder einer Freundin oder mit einem professionellen Berater. Damit stelltst Du am ehesten sicher, Dir Deine Ohnmacht zu erlauben und ihr Raum zu geben.

Welches konkrete Phänomen auch immer Deine Ohnmacht erzeugt, ist es wichtig, bei Dir zu bleiben und nicht über Deinen Partner zu grübeln, Dich zu fragen, warum er dies oder jenes macht.

Deine Ohnmacht und Dein Partner

Natürlich ist der erste Ansprechpartner im Umgang mit Deiner Ohnmacht Dein Partner, denn er löst Deine Ohnmacht mehr oder weniger bewußt aus. Wenn Dein Partner an Deinem Wohlergehen interessiert ist, sollte er ein Ohr für Deine Ohnmacht haben.

Der richtige Zeitpunkt, Probleme anzusprechen

Unabhängig davon, mit welchem Verhalten Dein Partner Dich ohnmächtig macht, ist es selbstverständlich ratsam, ihm Deine Ohnmacht zu verdeutlichen. Dafür ist ein Gespräch notwendig.

Nun gibt es immer wieder den Hinweis in diversen Artikeln zu finden, den richtigen Zeitpunkt für ein Gespräch zwecks Deiner Selbstoffenbarung zu wählen. Doch gibt es den wirklich? Wohl eher nicht, denn Dein Partner kann eventuell mit Deiner Ohnmacht überhaupt nichts anfangen. Dann wäre es völlig egal, wann Du damit beginnst, Dich selbst zu offenbaren und von Deiner Ohnmacht zu sprechen.

Bei Dir bleiben und Problemen in Deiner Beziehung Raum geben

Es wichtig, dass Du bei Dir und Deiner Ohnmacht bleibst. Wenn Du für Dich merkst, dass Ohnmacht das Gefühl ist, mit dem Dein Partner Dich mit seinem Verhalten konfrontiert, dann solltest Du nicht über den richtigen Zeitpunkt für ein Gespräch nachdenken. Damit würdest Du Dich von Dir selbst entfernen.

Viel wichtiger ist, dass Du, wenn Du Deinen Partner ansprichst, dies klar und deutlich durchführst und Dich nicht von Deinem Dir wichtigen Anliegen abbringen läßt. Dein Partner wird genau das mit ziemlicher Sicherheit versuchen; Dich von Deinem Anliegen abbringen.

Warum? Einer der wesentlichen Gründe wird höchstwahrscheinlich sein, dass Dein Partner ein Mann sein muss. Dies hat auch zur Folge, dass er wahrscheinlich weder allgemein mit dem Gefühl Ohnmacht noch mit Deiner Ohnmacht umzugehen vermag. Es ist gut möglich, dass Dein Partner vollkommen unklar ist, dass er bei Dir Ohnmacht auslöst und davon auch nichts wissen möchte.

Konzentration auf Dein Anliegen in eurer Beziehung

Egal, wie Dein Partner auch immer reagieren mag, bist Du gefordert, Dein Anliegen deutlich zu machen, und wenn notwendig, dies mit dem gebotenen Nachdruck zu machen.

Selbst wenn Du Deinen Partner in einem ruhigen Moment am Wochenende ansprichst, alles in eurem Alltag läuft recht entspannt, rechne mit Wiederstand. Argumente gibt es für Männer reichlich, nicht über ihre oder die Gefühle ihrer Partnerin zu sprechen.

Formulierungen vermeiden

Vermeide unbedingt eine Aussage wie Wir müssen reden oder Es gibt ein Problem, denn damit lenkst Du von Deiner eigenen Ohnmacht ab. Du behauptest damit auch, dass Dein Partner ebenfalls reden muss. Dies ist keinesfalls richtig. Vielmehr möchtest Du nachvollziehbarer Weise die Aufmerksamkeit Deines Partners und seine Bereitschaft, mit Dir in den Austausch zu gehen, damit ihr euch verständigen könnt. Außerdem geht es nicht um etwas Abstraktes, sondern um Dich und Dein Gefühl der Ohnmacht.

Es ist ratsam, Deinen Gesprächsbedarf Deinem Partner mit einer Selbstoffenmbarung zu vermitteln. Zum Beispiel mit:

  • Ich möchte mit Dir sprechen
  • Ich habe das Befürfnis, mich mit Dir zu unterhalten

Beide Beispiele beinhalten eindeutige Botschaften auf der Beziehungsebene, die Du vor allem dann nutzen solltest, wenn Dein Partner Isolator ist und sich entsprechend verhält.

Keine besondere Atmosphäre schaffen

Es wird nicht selten dazu geraten, für Dein Gespräch eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Ich halte dies nicht für ratsam, denn damit würdest Du Dich wiederum von Dir selbst entfernen. Dein Gesprächsbedarf ist Dein Gesprächsbedarf, der mit Deinem sehr unangenehmen Gefühl Ohnmacht verbunden ist.

Ohnmacht ist ein ernst zu nehmendes Gefühl. Es ist geboten, dass Du mit aller Ernsthaftigkeit Deinen Wunsch nach einem Gespräch verfolgst, ohne Dich zu sehr um Deinen Partner zu sorgen.

Natürlich solltest Du Deinem Partner zugestehen, ein solches Gespräch nicht zwischen Tür und Angel führen zu müssen. Dennoch sollte Deine eigene Dringlichkeit für Dich entscheidend sein, denn selbstverständlich möchtest Du, dass Dein Partner nicht weiterhin Ohnmacht bei Dir erzeugt.

Zeitpunkt für Gespräch vereinbaren

Die Gründe für Deinen Partner, ein Gespräch aufzuschieben, liegen auf der Hand. Insofern ist die Gefahr groß und für Dich die Versuchung, das Gespräch in die Zukunft zu planen.

Mögliche Reaktionen Deines Partners können sein:

  • Muss das (jetzt) sein?
  • Ich habe keine Zeit!
  • Können wir das später machen?

Wie auch immer die Reaktion Deines Partners ausfällt, solltest Du Deinen Bedarf klar und deutlich formulieren. Mögliche Reaktionen Deinerseits können sein:

  • Es ist mir (sehr) wichtig, dass wir (jetzt) miteinander sprechen.
  • Dann nimm Dir die Zeit für mich; und zwar jetzt!
  • Nein! Ich möchte jetzt mit Dir sprechen

Lasse Dich maximal auf einen Zeitpunkt für eurer Gespräch am selben Tag ein, wenn es Dir möglich ist!

Gespräch ohne dieses anzumelden

Grundsätzlich sollte es Dir auch möglich sein, mit Deinem Partner im Alltag Deine Ohnmacht zu besprechen. Wenn ihr beipielsweise am Wochenende beim Frühstück seid, hast Du theoretisch die Gelegenheit, Deine Ohnmacht zu offenbaren. Da Ohnmacht ein unangenehmes Gefühl ist, gibt es wie bereits gesagt kaum den richtigen Zeitpunkt für eure gemeinsame Beschäftigung mit Deiner Ohnmacht.

Grundsätzlich bist Du gefordert, Deine Ohnmacht in Worte zu fassen. Auch hierfür benötigst Du eine Botschaft auf der Selbstoffenbarungsebene.

  • Ich bin zunehmend ohnmächtig
  • Meine Ohnmacht ist für mich kaum zu ertragen
  • Ich muss Dir sagen, dass ich ziemlich ohnmächtig bin
  • Mir ist wichtig, dass Du weißt, wie ohnmächtig ich seit einiger Zeit bin

Diese Beispiele sollen Dir verdeutlichen, wie eine Selbstoffenbarung lauten könnte. Selbstverständlich ist es wichtig, dass Du Deine für Dich passende Formulierung findest.

Reaktion Deines Partners

Dein Kontaktangebot annehmen

Nachdem Du Deinem Partner mit Deiner Selbstoffenbarung Kontakt angeboten hast, ist er nun am Zug. Idealer Weise nimmt er erst einmal auf, dass Du ohnmächtig bist. Vielleicht äußert er auch, dass er nicht versteht, nicht nachvollziehen kann, wodurch Du ohnmächtig bist. Oder er fragt nach. Dann wäre es Dir gelungen, mit Deinem Partner anhand Deiner Ohnmacht Kontakt herzustellen. Denn Dein Partner zeigt dann Interesse an Deinem Gefühl und damit auch an Dir als Person.

Daraus kann sich dann idealer Weise ein Gespräch zur Klärung entwickeln, in dem Du Deinem Partner mitteilen könntest, was er tun kann, damit Du nicht mehr ohnmächtig bist oder wirst.

Dein Kontaktangebot ablehnen

Problematisch wird es für Dich, wenn Dein Partner Dein Kontaktangebot auf irgendeine Weise ablehnt. Wenn er nichts von Ohnmacht weiß oder wissen will, dann wird er vielleicht versuchen, Dich in eine Diskussion auf der Sachebene zu locken. Er könnte versuchen, Deine Ohnmacht zu diskutieren, die allerdings nicht diskutierbar ist.

Denke daran, dass Dein Gefühl Ohnmacht nicht diskutierbar ist. Denn auch bei Dir stellt sich die Ohnmacht berechtigter Weise ein. Versuche entsprechend, Dich nicht auf Diskussionen einzulassen, sondern bekräftige Deine Selbstoffenbarung; auch mit einer anderen Formulierung.

Wenn Dein Partner Dich mit Deiner Ohnmacht nicht wahrnimmt, wird er Dich bewußt oder unbewußt erneut ohnmächtig machen.

Etwas tun bei Problemen in der Beziehung – Gefühle offenbaren

Gefühle zu offenbaren ist wichtig, wenn Du in Deiner Beziehung aufgrund des Verhaltens Deines Partners mit Problemen umgehen musst. Eine Selbstoffenbarung kann Dir allerdings nur gelingen, wenn Du Dich selbst wahrnimmst und zwar im doppelten Sinne. Zunächst bist Du darauf angewiesen, Deine Gefühle wahrzunehmen. Und dann bist Du gefordert, Deine Gefühle zu offenbaren und für Dich selbst einzutreten.

Da Dein Partner das damit verbundene Kontaktangebot auch ablehnen kann, ist dies mit dem Risiko verbunden, dass Du erneut mit Ohnmacht oder anderen Gefühlen durch Deinen Partner konfrontiert wirst.

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