Wie Eltern alles richtig machen?

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Alles richtig zu machen, ist für viele Eltern scheinbar sehr wichtig. Nach meinem Eindruck bezieht sich dieser Wunsch allerdings bei vielen Eltern weniger auf die Erziehung als viel mehr auf die Bildung ihrer Kinder. Damit verbunden sind die Zukunftschancen auf einem sich angeblich veränderndem Arbeitsmarkt.

Im folgenden erfährst Du, warum Eltern sich wieder mehr auf die Erziehung ihrer Kinder konzentrieren sollten und damit mehr richtig machen würden.

Ohne Abitur keine berufliche Zukunft

Es gibt sie, Eltern die vor gericht ziehen, damit ihre Tochter oder ihr Sohn entgegen der Empfehlung der Lehrkräfte das Gymnasium besuchen darf (oder muss)?!

Sicherlich gibt es Fälle, in denen die Empfehlung der Lehrkräfte diskussionswürdig ist. Doch grundsätzlich wird durch das Klageverhalten von Eltern eines deutlich.

Der Druck im Kessel Bildung ist enorm.

Mit der Jahrtausendwende passierte zweierlei.

Zum einen stellte sich in Deutschland der PISA Schock ein. Und zum anderen wurde die mangelnde Konkurrenzfähigkeit Deutschlands auf dem Weltmarkt heraufbeschworen.

Seitdem befindet sich das deutsche Bildungssystem in Konkurrenz mit den Bildungssystemen anderer Länder und mit anderen Gesellschaftsformen.

Daraus abgeleitet entstand das Postulat, dass Schüler heute das Abitur ablegen müssen, wollen sie später als Erwachsene nicht abgehängt werden.

Bildung weicht der Ausbildung

Es ist wohl kaum noch ein Geheimnis. Besonders in Deutschland ist Bildung zur Ausbildung verkommen. Das bedeutet, dass sämtliche Einrichtungen, deren Auftrag einst die Bildung war, Kinder und Jugendliche nur noch dahingehend ausbilden, auf dem Arbeitsmarkt ihre Rolle spielen zu können.

Dies gilt bereits für KITA’s, im weiteren für Grundschulen und weiterführende Schulen. Durch den Mißbrauch des Bologa-Prozesses wurden auch Fachhochschulen und Universitäten einer massiven Verschulung ausgesetzt.

Diese Verschulung beinhaltet, Informationen zu vermitteln, die Schüler vermehrt in Form von Hausaufgaben und Klassenarbeiten während der Beschulung und Studenten in Form von Klausuren während des Studiums ausspucken sollen.

Allgemeine Bildung, also Allgemeinbildung auch im Sinne von Persönlichkeitsbildung, braucht Zeit, die Kinder auch aufgrund durch PISA ausgelöster nicht mehr enden wollender Bildungsreformen nicht mehr haben.

Es ist entsprechend sehr verwunderlich, dass nicht ein längst überfälliger Aufschrei von Eltern und Lehrern dauerhaft durch’s Land hallt. Da ca. 75% der in Deutschland tätigen Lehrer Beamte sind, ist von der Lehrerschaft ein Aufschrei leider eher nicht zu erwarten.

Eltern wollen ihre Kinder richtig fördern

Für viele Eltern ergibt sich aus diesen Entwicklungen ganz offensichtlich die Notwendigkeit, ihre Kinder richtig fördern zu müssen. Es sollte eigentlich klar sein, dass Kindern die Entwicklung in die Wiege gelegt ist. So beginnen sie ganz aus sich selbst heraus, die Welt zu entdecken. Sie bewegen sich sobald als möglich von ihrer Mutter weg, da sie die Symbiose verlassen wollen und müssen.

Grundsätzlich ist die Aufgabe von Eltern daher, die Entwicklungsschritte zu begleiten und mit wohl überlegten Impulsen Anreize zu schaffen.

Doch heute ist die Gefahr groß, dass Eltern ihre Kinder überfordern. Sie geben den Druck, der durch die gesellschaftliche Betonung von Ausbildung erzeugt wird, zu oft an ihre Kinder weiter .

Es ist also gleichzeitig Aufgabe von Eltern, also von Dir als Mutter oder Vater, Kinder vor zu viel Druck zu schützen. Das ist die Idee von Kindheit, ein geschützter Raum, in dem sich Kinder in Ruhe entwickeln können.

Kinder sind aus sich selbst heraus neugierig. Doch nicht alles, für das sie sich interessieren, sollte ihnen zugänglich gemacht werden. Genauso wenig sollten Eltern ihnen zu früh zu viele Verpflichtungen auferlegen, zum Beispiel in Form von Unterricht neben der Schule in Musikschulen, Vereinen, Nachhilfeinstituten usw. Auch die Ganztagsschule, erfunden um Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erreichen, ist ein Räuber von Kindheit und Spielraum. Denn in Ganztagsschulen werden Kinder ständig beschäftigt oder beaufsichtigt oder gefördert.

Weniger Angst und mehr Zutrauen

Je mehr elterliches Handeln durch Angst bestimmt wird desto mehr werden Eltern ihre Kinder in ihrer Entwicklung einengen. Doch die Reihenfolge der Entwicklungsschritte ist bereits bei Geburt angelegt.

Kinder benötigen für ihre Schritte unterschiedlich viel Zeit. Durch das Vergleichen und das Bemühen der Schulen, Kinder gleichzuschalten, wird ihre Entwicklung vielfach ausgebremst oder sogar behindert.

Eltern sollten sich dieser gesellschaftlichen Ausrichtung nicht anschließen, sondern die Kindheit ihrer Kinder in den Vordergrund stellen. Dies bedeutet allerdings nicht, ihnen alles abzunehmen, sondern ihnen altergemäß Zutrauen zu geben.

Dann machen Eltern bereits vieles richtig.

Wollt ihr als Eltern alles richtig machen?

Kinder zu erziehen bedeutet nicht, sie in Richtung Ausbildung zu drillen. Wichtigster Aspekt von Erziehung ist, Kindern ihre Kindheit nicht weg zu nehmen, sondern diese zu schützen. Dies geht nur, wenn der gesellschaftliche Druck nicht bei den Kindern ankommt.

Wie sind eure Erfahrungen mit dem Ausbildungsdruck unserer Gesellschaft? Gelingt es Euch, Euren Kindern die Kindheit zu belassen?

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