Nicht verstehen – Tipps für Männer

Unsere Partnerinnen bzw. Ehefrauen nicht zu verstehen ist (nicht wirklich) eine Option.

Wir Männer haben die Aufgabe, gute Ehemänner oder Partner zu sein. Wenn wir einigermaßen normal bzw. entspannt aufgestellt sind, wollen wir das auch.

Während wir auf der einen Seite als Männer unsere eigenen Vorstellungen vom Mannsein entwickeln, hat Deine Partnerin oder Ehefrau sicherlich ihrerseits Vorstellungen von einem guten Mann sowie Partner oder Ehemann.

Leider hält sich immer noch recht hartnäckig, dass Liebende ihrem Partner jeden Wunsch von den Lippen ablesen können bzw. müssen und auch erkennen wie es dem Partner geht. Es liegt wohl auf der Hand, dass das kein Mensch kann. Weder Frauen noch wir Männer haben diese hellseherischen Fähigkeiten.

In diesem Artikel beschäftige ich mich mit der Anforderung an uns Partner und Ehemänner, unsere Partnerinnen bzw. Ehefrauen immer zu verstehen.

Nicht verstehen erlaubt?

Wie bereits von mir festgestellt, versteht ein guter Partner seine Partnerin immer. Das gilt selbstverständlich auch anders herum. Doch bei uns Männern hängt an dieser Idealisierung auch dran, dass wir bei Nicht-Verstehen unsere Männlichkeit verlieren könnten. Also ist das für uns Männer umso mehr tabu.

Vielleicht merkst Du bereits jetzt, wie absurd Deine Lage in Deiner Beziehung sein kann.

Entscheidungen Deiner Partnerin

Es ist selbstverständlich nicht ungewöhnlich, dass Du, Deine Partnerin oder ihr gemeinsam Entscheidungen treffen müßt. Bevor ihr gemeinsame Entscheidungen trefft, nehmet ihr auch (hoffentlich) die gebotene Zeit, um Euch zu verständigen.

Es kommt auch nach meinen Erfahrungen aber immer wieder vor, dass wir Entscheidungen letztendlich allein treffen (müssen). Diese alleinigen Entscheidungen beziehen sich oft auf die eigenen Eltern, die eigenen Kinder, den Umgang mit Freunden oder mit Vorgesetzten oder Kollegen.

Schön ist es, wenn wir als Partner oder Ehemann die einzelnen Entscheidungen unserer Partnerin mittragen können, also verstehen können.

Doch je mehr Du Dich von Deiner Partnerin unterscheidest desto eher kann es vorkommen, dass Du Dich anders entscheiden würdest. Vielleicht würdest Du den Kontakt zu Deinen Eltern begrenzen oder anders organisieren, wenn Deine Eltern Deine Beziehung stören. Oder Du würdest Dich Deinen Kindern oder Freunden gegenüber anders verhalten.

Das Leben hält immer wieder Herausforderungen vor, zu denen wir Entscheidungen treffen müssen. Je weniger Du von den Entscheidungen Deiner Partnerin betroffen bist desto eher solltest Du Dir erlauben, diese nicht zu verstehen.

Gefühle Deiner Partnerin nicht verstehen

Obwohl es in unserer Gesellschaft weit verbreitet ist, Gefühle beiseite zu schieben, stellen sich diese bei Deiner Partnerin und auch bei Dir ein.

Wenn Deine Partnerin Dir unmissverständlich mitteilt, wie es ihr geht, dann beweißt sie Dir gegenüber sehr viel Mut und macht Dir ein Kontaktangebot.

Mit einer unmissvertändlichen Aussage meine ich nicht soi etwas wie:

„Mir geht es schlecht“

Vielmehr meine ich Aussagen wie:

„Ich bin ratlos“

„Ich bin traurig“

oder

„Ich bin enttäuscht“

Mit diesen Nachrichten, die eine Botschaft auf der Ebene ‚Selbstoffenbarung‘ beinhalten, teilt Dir Deine Partnerin mit, welches Gefühl im Moment bei ihr ist.

Gefühle werden nicht verstanden

Das schöne bei Gefühlen ist, dass sie nicht verstehbar sind. Oder anders gesagt, geht es bei Gefühlen erst einmal überhaupt nicht darum sie zu verstehen. Denn sie stellen sich bei uns ein, ob wir wollen oder nicht.

Damit sage ich nicht, dass nicht immer eine Ursache, oder besser formuliert ein Phänomen gibt, welches ein gefühl oder auch mehrere Gefühle auslöst.

Nur, bedenke eines! Es geht nicht darum, das Gefühl Deiner Partnerin zu verstehen.

Es geht für Dich darum, zu merken, dass Deine Partnerin traurig oder enttäuscht ist und sie mit diesem Gefühl anzunehmen.

Das kannst Du allerdings nur, wenn Du Traurigkeit und Enttäuschung kennst, weil Du sie selbst bereits gemerkt hast.

Aussagen Deiner Partnerin nicht verstehen

In Deinem Alltag mit Deiner Partnerin hast Du hoffentlich ausreichend Möglichkeiten, Zeit mit Deiner Partnerin zu verbringen. Wenn dies der Fall ist, werdet ihr sicher Gespräche führen. Oder anders gesagt wirst Du dann mit Aussagen Deiner Partnerin konfrontiert.

Kommunikation ist das Instrument, mit dem ihr euch verständigen könnt. Als Partner oder Ehemann hast Du wahrscheinlich selbst den Anspruch, Deine Partnberin zu verstehen. Vielleicht fordert Deine Partnerin dies auch von Dir ein.

Grundsätzlich können wir unseren Aussagen auf 4 verschiedenen Ebenen eine Botschaft mitgeben. Aufgrund dessen kommt uns als Sender eine große Verantwortung zu, unseren Aussagen (Nachrichten) Botschaften auf den jeweils relevanten Ebenen mitzugeben.

Doch was ist, wenn Du Deine Partnerin nicht verstehst? Es ist nicht selbstverständlich, dass Deine Partnerin sich grundsätzlich verständlich ausdrückt.

Dann solltest Du nicht versuchen, sie zu verstehen, sondern Dir erlauben, dass Du Deine Partnerin nicht verstehst und ihr dies mitteilen:

„Ich verstehe Dich nicht!“

Ergänzend kannst Du sie beispielsweise folgendermaßen auffordern:

„Bitte versuche, Dich klarer auszudrücken!“ oder „Bitte versuche, Dich mir gegenüber klarer auszudrücken!“

Wenn Deine Partnerin begreifen und akzeptieren kann, dass Du sie im Moment nicht verstehen kannst, wird sie ggf. versuchen, sich anders und klarer, oder für Dich verständlicher, auszudrücken.

Wenn ihr dies in dem Moment nicht gelingt, kann es für sie notwendig sein, noch einmal in sich hinein zu horchen. Vielleicht ist sie dann etwas später, morgen oder in ein paar Tagen in der Lage, ihren Teil dazu beizutragen, dass Du sie verstehst.

Fazit

Mit dem Nicht verstehen ist es recht kompliziert. Während Gefühle gar nicht verstanden werden müssen, ist das Verstehen von Nachrichten oder Aussagen Deiner Partnerin oder Ehefrau wünschenswert.

Aussagen sind allerdings nicht automatisch verstehbar. Es ist also sinnvoll, sich dies zu vergegenwärtigen und zu einer anderen Haltung bzgl. der eigenen Leistungsfähigkeit als Mann zu gelangen.

Wir können nicht alles und jeden verstehen und selbstverständlich auch nicht immer unsere Partnerin oder Ehefrau.

Über Michael Ueberschaer

Ich bin Michael Ueberschaer. Ich blogge zu den Kernthemen Beziehung und Kommunikation sowie den Unterthemen Bildung, Erziehung, Gesundheit und Häusliche Gewalt. Bis jetzt habe ich 70 Artikel veröffentlicht. Bezüglich der Kernthemen und Unterthemen findest Du Links zu den Leitartikeln in den beiden oberen Memüs.  

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