Personalmangel im Bildungssystem – Berufe attraktiver machen

Zuletzt aktualisiert am 26. August 2022

Laut GEW wird sich der Personalmangel im Bildungssystem in den nächsten Jahren deutlich verschärfen und fordert, Berufe im Bildungssystem attraktiver zu machen. Denn in den kommenden Jahren werden angeblich ingesamt 450000 Fachkräfte in KITA’s und Schulen fehlen.

Ich war gespannt, welche Hebel man denn umstellen möchte, um Berufe wie Lehrer, Sozialpädagoge oder Erzieher attraktiver zu machen.

Im folgenden gehe ich also auf die Ideen, die im Artikel zur Sprache kommen, näher ein.

Teufelskreis von Personalmangel und Überlastung im Bildungssystem?

Gleich zu Anfang des Artikels wird die Vorsitzende der Gewerkschaft folgender Maßen zitiert:

Wenn der Teufelskreis von Überlastung und Mangel nicht durchbrochen werde, drohe ein noch größeres Defizit an Lehrkräften

https://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2022-06/bildungssystem-gew-lehrkraeftemangel-ueberforderung

Damit verkürzt die Vorsitzende die Probleme im Bildungssystem darauf, dass Lehrer lediglich überfordert sind, weil Lehrer fehlen. Wer sich etwas intensiver mit dem Bildungssystem in Deutschland beschäftigt, muss bereits jetzt mit dem Kopf schütteln. Denn immer mehr Lehrer denken über einen Ausstieg nach, weil das Bildungssystem kein Bildungssystem im eigentlichen Sinne mehr ist. In Sachsen-Anhalt droht bereits die 4 Tage Woche, wie in einem weiteren Artikel zu lesen ist.

PISA und das deutsche Bildungssystem

Um zu verstehen, warum das deutsche Bildungssystem sich in den letzten 2 Jahrzehnten nicht im Sinne des eigenständigen Denkens verbessert hat, sollte man sich mit der Einführung der PISA Studien beschäftigen. Denn deutsche Bildung wird anhand des Vergleichs durch PISA mit anderen Staaten, die aufgrund ihrer ‘politischen’ Systeme Anpassung ihrer ‘Bürger’ erwarten oder verlangen, organisiert.

“Bessere Arbeitsbedingungen und eine Senkung der Belastung “nennt die Vorsitzende der GEW als mögliche Hebel für eine bessere Personalsituation. Kein Wort zur Lehre an sich. Und auch konkrete Vorschläge hören wir von der Vorsitzenden der GEW zunächst nicht.

Für mich ist dies kein Wunder, denn Lösungen, die das Dilemma Bildung in Deutschland beheben könnten, werden schon lange gesucht bzw. man versucht den Eindruck zu erwecken, man würde nach Lösungen suchen. Tatsächlich handelt es sich immer wieder um die selben Leerformeln, die zu hören sind; nun auch von der Vorsitzenden der GEW.

Berufe attraktiver machen

92 Prozent der Lehrer berichten von ihrer Überlastung und es wäre wichtig, im Detail zu wissen, wie diese Überlastungen zustande kommen. Die Faktoren sind ziemlich sicher so vielfältig wie es Schulen in Deutschland gibt.

Viele Kinder in der Grundschule nicht beschulbar

Doch es gibt nur wenig Bereitschaft in der Gesellschaft, sich mit den wirklich harten Faktoren zu beschäftigen. Einer dieser harten Faktoren ist die zunehmend mangelnde Beschulbarkeit von Grundschulkindern. Eigentlich liegt dieses Faktum bereits auf dem Tisch, doch die Grundschule soll heute nicht nur der Ort sein, an dem Kinder Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Grundschule soll heute Erziehung übernehmen, Kindern beibringen, sich auf eine Sache zu konzentrieren, ruhig zu sein, Rücksicht zu nehmen, sich die Schuhe zu zu binden usw. usw. usw……

Denn Grundschulen haben zunehmend Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten und sozialen Problemen zu unterrichten. Nun kann man sagen, dass der offene Brief, den eine Grundschullehrerin scheinbar auf Facebook veröffentlicht hat, nicht repräsentativ ist.

Hohe Abbrecherquote bei Lehramtsstudenten

Das kann man machen, wenn man die Augen vor den Fakten, die Faktoren für den Personalmangel in deutschen Schulen sind, verschließen möchte. Im Artikel zu den Aussagen der GEW wird auch erwähnt, dass es in manchen Lehramtsstudiengängen Abbruchquoten von bis zu 50% gibt. Das ist erheblich und es wäre interessant, die Gründe des einzelnen zu erfahren. Hinweise gibt es zum Beispiel aus Mecklenburg-Vorpommern.

Infektionsschutzgesetz und kurzfristige Änderungen

Bemerkenswert ist aus meiner Sicht, dass die GEW hinsichtlich des Infektionsgesetztes anmahnt, keine kurzfristigen Änderungen mehr in die Schulen zu tragen. Denn ständige Änderungen gehören doch bereits seit 2 Jahrzehnten zum Alltag von Schülern, Eltern und Lehrern.

Es ist keine Frage, dass die Bundesregierung es wie von der Vorsitzenden moniert versäumt hat, die Schulgebäude hinsichtlich Umgang mit der Pandemie zu modernisieren. Doch überraschend ist das doch eher nicht, haben wir doch auch bezogen auf die Infrastruktur seit Jahren einen erheblichen Investitionsstau in Deutschland.

Berufe attraktiver machen mit neuen Anforderungen

Die ganze Misere hinsichtlich jeder Diskussion um das Bildungssystem und den Personalmangel in Deutschland zeigt sich daran, wie die Vorsitzende der GEW sich vorstellt, Berufe attraktiver zu machen.

Nachdem sie sich verkniffen hat, etwas über die fachliche Ausrichtung von Schulen zu sagen, fordert sie. Sie fordert mehr politische Bildung, denn es sei doch schließlich Aufgabe von Kita und Schule, Demokratie zu vermitteln.

Nicht nur, dass Schule als Institution an Wert verloren hat, ist seit Jahren immer nur zu hören mit Adressierung an Kinder, Eltern und Lehrer: Ihr müsst dies…..ihr müsst das…..ihr müsst jenes……ihr müsst solches…..

Druck Im Bildungssystem – Personalmangel und wenig attraktive Berufe

Es gibt wohl kaum ein Arbeitsfeld, mit dem sich vermeintlich jeder besser auskennt als die eigentlichen Fachkräfte.

Doch entscheidendes darf einfach nicht gesehen werden. Der Druck im deutschen Bildungssystem auf Kinder, Eltern und Lehrer ist schlichtweg zu hoch.

Der Druck entsteht zum einen durch völlig überladene Lehrpläne, die keine Luft zum Atmen lassen.

Andererseits entsteht er, weil angeblich nur das Kind, welches später studiert, eine Chance auf dem Arbeitsmarkt hat. In der Schule sollte es allerdings um Bildung und nicht um Ausbildung gehen.

Außerdem soll Schule zunehmend all das auffangen, was gesellschaftlich schief läuft.

Der Personalmangel im deutschen Bildungssystem ist zweifellos auch Ausdruck wenig attraktiver Berufe. Doch vielmehr ist er Ausdruck einer Entfachlichung der schulischen Bildung. Denn wollten Lehrer Sozialpädagogen oder Sozialarbeiter sein, hätten sie entsprechend ein anderes Studium gewählt.

Die Rahmenbedingungen an vielen Schulen sind undiskutierbar nicht akzeptabel. Doch

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