Homeschooling in der Corona Pandemie – Schüler, Eltern und Lehrer im Dauertest

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Homeschooling in der Coroan Pandemie - Erfahrungen - Gender Hinweis

Homeschooling soll in der Corona Pandemie die Beschulung von Kindern und Jugendlichen sicherstellen. Doch mir drängte sich die Frage auf, ob sich Kinder, Eltern und Lehrer durch das Homeschooling nicht in einem Dauertest befinden.

Die Frage ist selbstverständlich nicht so einfach zu beantworten. Denn jede Schule und jeder Lehrer macht ihr bzw. sein eigenes Ding zum Homeschooling.

Es sind allerdings passgenau 2 Artikel beim Weser Kurier erschienen, die der Beantwortung meiner Frage auf die Sprünge helfen.

In diesem Artikel nehme ich Erfahrungen eines Schülers und zweier Lehrer zum Anlaß, das Homeschooling zu problematisieren. Anschließend gehe ich auf die Aussagen einer Didaktik Expertin ein.

Erfahrungen mit dem Homeschooling in Corona der Pandemie

Im ersten Artikel des Weser Kurier kommen 1 Schüler und 2 Lehrer zu Wort. Sie sprechen über ihre Erfahrungen mit dem Homeschooling.

Im Homeschooling ist jeder Tag anders

Im Artikel berichtet ein Schüler darüber, dass jeder Tag anders ist. Manche ’sogenannte‘ Schultage verlaufen fast ohne Beschäftigung, an anderen Tagen drängen sich die Aufgaben und die Deadlines, zu denen irgendetwas abgegeben werden muss.

An den Tagen ohne sinnvollen ‚Input‘ durch die Schule ist es offenbar egal, wann man als Schüler aufsteht.

Der Schüler berichtet, dass sich Schule so mehr in den Nachmittag und Abend verlagert. Ihm ist die Routine im Präsenzunterricht lieber.

Die Routine geht verloren und die Verantwortung für die Lerngestaltung geht auf die Schüler und bei jüngeren Schülern vermehrt auch auf die Eltern über.

Bei meiner Assoziation eines Dauertests habe ich eher daran gedacht, dass Schüler nur noch Aufgaben bearbeiten müssen. Doch ein Dauertest scheint sich auch auf anderer Ebene sicher zu etablieren.

Denn laut Schüler kommen die Materialien auch in unterschiedlichsten Formaten an. Nun, mich überrascht das nicht, denn die technische Ausstattung von Schulen und Lehrern ist ein riesengroßer Teppich mit unzähligen Flicken. Es soll allerdings auch erwähnt werden, dass es durchaus Lehrer gibt, die gute Ideen für das digitale Lernen einbringen. Auch Lehrer scheinen sich also serwohl in einem Dauertest zu befinden. Die Suche nach dem Machbaren unter fragmentarischen Bedingungen.

Wenig Feedback

Der Schüler berichtet, dass es im Homeschooling wenig oder langsames Feedback gibt. Stoff, der normaler Weise in einer Doppelstunde bearbeitet bzw. gelernt wird, bringt mehr Zeitaufwand mit sich.

Multitasking stört nicht

Eine Lehrerin, die auch Mutter ist, hat für ihre eigenen Kinder einen Tagesplan aufgestellt. Das ist sicher sinnvoll, auch damit nicht der ganze Tag dem Unterrichtsstoff gewidmet wird. Multitasking, das wir tatsächlich nicht können, störe die Mutter nach ihren Aussagen nicht. Die Aussage weist allerdings darauf hin, dass es für sie ebenfalls herausfordernd ist. Tatsächlich berichtet die Mutter und Lehrerin, dass vieles ‚parallel‘ läuft.

Die Arbeit innerhalb ihrer Tätigkeit übt sie in den Abendstunden aus.

Durchwachsenes Homeschooling

Insbesondere für den Pflegesohn, so berichtet die zweite Mutter, ist das Homeschooling nicht einfach. Groß ist die Versuchung, am Handy oder Computer zu spielen. Durch die Möglichkeit der direkten Beschulung in der Schule jeden 2. Tag wurde alles einfacher.

Eine große Chance in der Corona Pandemie

Im 2. Artikel beim Weser Kurier kommt eine Didaktik-Professorin zu Wort. Danach können Eltern in diesen Tagen der Pandemie über ihre Rolle nachdenken.

Ich denke, dass mit den Berichten aus dem ersten Artikel viele Eltern das nicht nur wollen, sondern ggf. auch müssen.

Mindestens erstaunt war ich zunächst darüber, dass die Dame Tagespläne ablehnt, weil damit eine Chance vertan würde, dass Kinder sich selbst regulieren und selbstbestimmt lernen. Wie oben breits gesagt, halte ich Tagespläne für unbedingt sinnvoll.

Das Homeschooling als Chance zu sehen, aus meiner Sicht nicht kindgerechte ‚Konzepte‘ auszuprobieren, halte ich für zynisch.

Homeschooling nicht von 8 – 13 Uhr

Wichtig ist gleichzeitig der Hinweis an Eltern, Schule im Homeschooling nicht simulieren zu wollen. Das ist in der Tat unmöglich. Je mehr Aufgaben desto mehr wird das Homeschooling tatsächlich zum Dauertest. Schule ist nicht durchgehend damit verbunden, Tests oder Aufgaben zu schreiben bzw. zu bearbeiten. Das Lernen findet in Test freien Zeiten statt.

Eurer Homeschooling in der Pandemie?

Meine Idee des Dauertests hat sich insofern bestätigt als auch auf anderen Ebenen viel Arbeit für alle Beteiligten, also Schüler, Eltern und Lehrer notwendig ist.

Dringendster Appell musss ein, die ‚Lernzeit‘ im Homeschooling zu begrenzen. Besonders im Grundschulalter sollten außerdem Arbeitsmaterialien dort wo es möglich ist ausgedruckt werden; besser ohne ein ständig brennendes Tablet arbeiten, ist mein Tipp.

Wie läuft Eurer Homeschooling in der Corona Pandemie? Ist alles entspannt oder gibt es Schwierigkeiten für euren Sohn oder eure Tochter? Oder für Euch als Mutter oder Vater?

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