Smartphone

Zahlen zum Smartphone
Bemerkenswerte Zahlen zum Smartphone Konsum

Das Smartphone ist aus dem Alltag nicht mehr weg zu denken, so heißt es immer wieder. Es gehört zu unserem Alltag dazu. Das galt bis vor ca. 2 Jahren auch für mich selbst. Heute vermisse ich dieses digitale Medium nicht mehr. Doch es soll nicht um meinen ehemaligen Smartphone-Konsum gehen. In diesem Artikel geht es um die Frage, ob und wenn ja, ab wann Kinder ein solches Gerät nutzen dürfen sollten.

Eigentlich könnte man meinen, dass dieser Artikel meiner Artikelserie zu digitalen Medien komplett überflüssig ist, denn die Würfel sind doch bereits gefallen.

Wie den beiden eben verlinkten externen Seiten zu entnehmen ist, verfügen 95% der unter 12 – 13-Jährigen heute über ein Smartphone, 8 von 10 Mitbürgern nutzen ein Smartphone und jeder 2. nutzt grundsätzlich das aktuelle Gerät.

Warum dann noch einen Artikel über die Eignung von Smartphones für Kinder schreiben?

Wie bereits gesagt ist das Smartphone im Alltag nicht zu übersehen. Autofahrer fahren trotz Warnungen mit dem Smartphone am Ohr, Mütter sind teilweise mehr bei ihrem Smartphone als bei ihrer Tochter oder ihrem Sohn und Lehrer dürfen das Smartphone im Unterricht nicht einfach verbieten.

Meine Erfahrungen mit dem Smartphone

Doch das ist nicht der Grund dafür, diesen Artikel dennoch zu schreiben. Der Grund liegt in meinen persönlichen Erfahrungen mit diesem digitalen Endgerät.

Das Smartphone ist recht universell einsetzbar. Damit kann fotografiert und gefimt werden. Mann damit Fotos und Videos verwalten und anschauen, Musik hören, SMS oder emails schreiben, im Internet Inhalte und Soziale Medien nutzen und auch telefonieren.

Ein solches Gerät zeichnet sich dadurch aus, dass man überall und zu jeder Zeit erreichbar sein kann und das wollte ich dann auch. Für jemanden, der beruflich unterwegs ist, ist das eine gute Sache, zum Beispiel für Handlungsreisende.

Doch warum sollte ich ansonsten immer und überall erreichbar sein? Weil ich ansonsten etwas verpassen würde?

Ich weiss. Vielleicht erhält Dein Sohn oder Deine Tochter bereits Nachrichten von der Schule, dass der Unterricht mal wieder ausfällt. Du kannst ggf. immer sehen, wo sich Dein Kind aufhält, es im Notfall erreichen und so weiter und so fort.

Ein Kinderpsychiater sagt zum Smartphone:

Zum Beispiel beim Umgang mit digitalen Medien. Ich denke nicht, dass es richtig ist, Handys generell zu verteufeln. Genau das haben die Eltern gemacht, die vor 30 Jahren zu mir kamen, weil ihre Kinder telefonsüchtig waren. Und die, die vor 25 Jahren dachten, dass ihre Kinder fernsehsüchtig wären. Das „Problem“ ist dasselbe, nur das Medium hat sich geändert.

https://www.focus.de/familie/eltern/familie-heute/interview-mit-kinderpsychiater-psychiater-erklaert-wie-wir-unsere-kinder-zu-muendigen-erwachsenen-erziehen_id_11222879.html

Dass ein Kinderpsychiater eine derart undifferenzierte Aussage tätigt, ist schon etwas erschreckend für mich; allerdings irgendwie auch zeitgemäß. Wahrscheinlich bin ich allein dadurch, dass ich diesen Artikel verfasse, bereits ein ewig Gestriger; allerdings einer, der bereits ein Smartphone nutzte.

Smartphone Nutzung und ihre Folgen

Das Smartphone mit dem herkömmlichen Telefon oder dem Fernseher zu vergleichen kommt meines Erachtens einer Vernebelung der Fakten gleich. Denn erstens hat insbesondere die Nutzung für Kinder mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Kurzsichtigkeit zur Folge. Die Gründe hierfür sind im Buch von Manfred Spitzer Die Smartphone-Epidemie nachvollziehen.

Zum anderen sind unter bestimmten Umständen für Kinder ganz andere Inhalte erreichbar, mit entsprechenden Nebenwirkungen.

Es ist wichtig, Kindern von Anfang an den richtigen Umgang mit digitalen Medien beizubringen. Smartphone-freie Zonen zuhause können da helfen. Und dass es nicht gut ist, ständig auf das Handy zu starren, es beim Essen nichts am Tisch zu suchen hat und man es bei Terminen auf lautlos stellt – das bringen Eltern ihren Kindern bei, indem sie ihnen ein gutes Vorbild sind und ihnen genau diese Regeln vorleben. Sie sollten sich selbst konsequent an sie halten.

https://www.focus.de/familie/eltern/familie-heute/interview-mit-kinderpsychiater-psychiater-erklaert-wie-wir-unsere-kinder-zu-muendigen-erwachsenen-erziehen_id_11222879.html

Auch der zitierte Kinderpsychiater stößt ins Horn ‚Der richtige Umgang‘ und reiht sich damit in diejenigen ein, die alles ungeprüft nachplappern; kann man so machen, wird allerdings den Folgen erhöhtem Smartphone Konsums im Kindesalter nicht gerecht.

Ein Gerät muss sich melden

Das Smartphone bietet ständige Erreichbarkeit. Doch was ist, wenn das Gerät sich nicht meldet? Kein Piepen für eine Mail, SMS. Kein Klingeln, weil jemand anruft.

Genau. Wir nehmen das Gerät in die Hand, beobachten es mehr als eigentlich notwendig wäre. Das habe ich anfangs auch ständig gemacht.

Das Smartphone ist ein erheblicher Ablenker. Dies gilt im besonderen auch in der Schule. Auch diese Erkenntnisse sind bei Bedarf im Buch Die Smartphone-Epidemie nach zu lesen.

Wieso haben Mitmenschen nicht die Zeit, außerhalb des Autos zu telefonieren. Warum starren sie auf ihr Gerät, während sie mit Freunden oder Familienangehörigen zusammen sitzen? Warum gehen sie damit spazieren, sind nicht in der Lage, es an ruhigen Orten wie Restaurant, Kino oder Theater zumindest auszuschalten.

Genau! Das Gerät ist ein Süchtig-Macher! Nein! Ich möchte das Gerät nicht grundsätzlich verdammen. Das Gerät selbst kann nichts dafür. Es ist nur ein Gerät. Und es geht in diesem Artikel um die Eignung für Kinder, also für unter 14-Jährige.

Smartphone – Medienkompetenz – Kinder

Und es geht um die Eignung auch im Hinblick auf die spätere Nutzung dieses Gerätes als Erwachsener; also um die immer wieder eingeforderte Medienkompetenz.

Was glaubst Du, was passiert, wenn Deine Kinder nicht nur die Erfahrung machen, dass es für sie darauf ankommt, immer erreichbar zu sein? Ist das kindgerecht?

Was passiert, wenn man von Kindern Medienkompetenz verlangt, die heute viele Erwachsene nicht (mehr) haben? Ist das kindgerecht? Nein, ist es nicht!

Warum verlagert sich Mobbing in den digitalen ‚Raum‘? Warum ist Cybermobbing ein noch größeres Problem als das analoge Mobbing? Sicher! Das Smartphone an sich kann nicht die ursache sein. Es sind Kinder und Jugendliche für Cybermobbing verantwortlich, die nicht wissen, dass es Grenzüberschreitungen auch im digitalen ‚Raum‘ gibt und diese fatale Folgen haben. Je jünger Kinder sind desto weniger sind sie in der Lage, die Folgen ihres Handelns im Internet zu begreifen.

Kinder unter 14 Jahren können mit einem Smartphone nicht kompetent umgehen. Das Smartphone ist ein Gerät für Erwachsene. Ich habe bereits anklingen lassen, dass selbst Erwachsenene mit dem Smartphone oft nicht adäquat umgehen können.

Wenn Kinder ein Smartphone nutzen dürfen, können sie nicht den notwendigen Abstand zum Gerät lernen. Das geht nur, wenn Du als Mutter oder Vater bis zum 14. Lebensjahr, besser bis zum 16. Lebensjahr NEIN sagst.

Fazit

Auch meine eigenen Erfahrungen mit dem Smartphone machen es erforderlich, vor einer zu frühen Nutzung Deiner Kinder zu warnen. Bezüglich anderer digitaler Geräte habe ich letztendlich nur Empfehlungen ausgesprochen.

Hinsichtlich des Smartphones ist es notwendig, dass ich Dich dringend auffordere, Deinen Sohn oder Deine Tochter solange wie möglich von diesem Gerät fernzuhalten.

Über Michael Ueberschaer

Ich bin Michael Ueberschaer. Ich blogge zu den Kernthemen Beziehung und Kommunikation sowie den Unterthemen Bildung, Erziehung, Gesundheit und Häusliche Gewalt. Bis jetzt habe ich 70 Artikel veröffentlicht. Bezüglich der Kernthemen und Unterthemen findest Du Links zu den Leitartikeln in den beiden oberen Memüs.  

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