Spielkonsolen

Aufklärung zu digitalen Medien - Hinweis zum Text

Mit diesem Artikel zu Spielkonsolen starte ich meine Artikelserie zu digitalen Medien bzw. neuen Medien.

Neue Medien meinen Tablet, Notebook und Smartphone. Da allerdings inzwischen auch Spielkonsolen ins Internet können, widme ich ihnen einen Artikel.

Zunächst gebe ich einen Überblick über die Rahmenbedingungen bei Spielkonsolen. Ich schaue mir den Umgang der Hersteller der 3 bekanntesten Konsolen mit dem Kinder- und Jugendschutz an. Anschließend setze ich mich kritisch mit dem Medium bzgl. seiner Eignung für Kinder auseinander.

Bei meiner ersten Recherche durfte ich feststellen, dass Spielkonsolen ein Thema darstellen, welches keinesfalls trivial ist. Sprich, es ist kompliziert und umfangreich. Darüber hinaus sind die technischen Entwicklungen wirklich heftig. Es ist lange her, dass ich an einer Konsole gespielt habe; ich spiele derzeit das ein oder andere PC Spiel.

Bei meiner Recherche mußte ich feststellen, dass es wie selbstverständlich Konsolen für Kinder ab 0 Jahren gibt. Meine Überraschung darüber hält sich in Grenzen.

Spielkonsolen von Microsoft

Xbox

Altersfreigabe Xbox

So ist zum Beispiel auf der Seite von Microsoft die Ansicht der verfügbaren Xboxen filterbar; Alle Boxen, Boxen für Kinder zwischen 0 und 6 Jahren sowie Kinder ab 12 Jahren. Kinder von 7 – 11 Jahren scheint es bei Microsoft nicht zu geben. Das macht mich ein wenig misstrauisch.

Für Kinder zwischen 0 und 6 Jahren stehen 2 Modelle zur Verfügung; die Xbox* One X und die XBox One S. Die 2 Modelle sind jeweils in verschiedenen Editionen oder Bundels zu erhalten. Eine Edition hält in Kooperation mit LEGO 2 Spiele vor. Ein genauerer Blick auf die enthaltenen Spiele zeigt, dass dort auch mit Bonuspunkten auf andere Plattformen gelockt wird.

Für Kinder ab 12 Jahren stehen ebenfalls Xbox One X und Xbox One S mit ingesamt 4 Editionen oder Bundles zur Verfügung. Auffällig ist, dass die Verpackungen für Kinder ab 12 Jahren eindeutig andere Spiele bewerben.

Altersfreigabe Spiele für die Xbox

Star Wars Jedi ist definitiv kampfbasiert und für Kinder ab 16 Jahren eingestuft. GEARS 5 ist die aktuelle Version einer Spielereihe, die in früheren Versionen zum Beispiel GEARS of WAR 4 heißt. Das Spiel hat eine USK ab 18 Jahren und wird mit einer Konsole ab 12 Jahren verkauft!

Hier handelt es sich definitiv um eine Irreführung, die sicherlich ihren Grund hat.

Eine Filterung der Spiele nach Alter ist nur auf der Seite Xbox One Spiele und Xbox 360 Spiele Marktplatz möglich. Auf der Seite XBox One X Enhanced Spiele must Du hingegen jedes Spiel erst aufrufen, um zu erkennen, ab welchem Alter das jeweilige Spiel geeignet ist.

Kaufen oder Game Pass

Spiele kann man für die Xbox zum einen kaufen. Zum anderen kann ein Game Pass erworben werden, der feste monatliche Kosten mit sich bringt und Zugriff auf 100 verschiedene Spiele erlaubt.

Kinderschutz

Microsoft verlinkt im oberen Menü über den Link Für jeden eine App, mit der angeblich der Zugriff reglementiert werden kann. Das bedeutet zumindest, dass die Verantwortlichen um die Notwendigkeit des Kinder- und Jugendschutzes wissen.

Spielkonsolen von Sony

Playstation

Altersfreigabe Playstation

Die Seite bei Sony zur Playstation läßt kein Filtern der Geräte nach Alter zu. Das ist nicht besonders problematisch, denn der Hersteller Micosoft zeigt, was das am Ende wert ist.

Sämliche Modelle, PS 5 (soll Ende 2020 kommen), PS 4, PS 4 Pro und PS VR, werden also für alle Altersstufen offen beworben und angeboten.

Altersfreigabe Spiele für die Playstation

Spiele werden bezogen auf die unterschiedlichen Baureihen angeboten. Auf der Spieleseite zur PS 4 werden ganz unten Spiele für die Familie verlinkt. Dies ist auch auf der Seite für PS Now der Fall.

Kaufen, PS PLUS oder PS NOW

Spiele sind bei Sony kaufbar. PS PLUS und PS Now ermöglichen Zugriff per Abo auf ausgewählte Spiele bei monatlichen Kosten.

Kinderschutz

Problematisch ist, dass Sony scheinbar nur auf der Seite zur PS 4 einen Hinweis zur Kindersicherung und einen Leitfaden für Eltern zur Verfügung stellt. An anderer Stelle konnte ich keinen Hinweis auf diese Seiten finden. Information findet man hierzu auch im Hilfebereich.

Spielkonsolen von Nintendo

Die Seite von Nintendo bietet 2 Varianten von Spielkonsolen. Eine Aufteilung nach Altersfreigabe gibt es nicht, sämtliche Geräte von Nintendo werden also für Kinder ab 0 Jahren angeboten.

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Switch

Altersfreigabe Switch

Die Switch* und Swith Lite werden nicht abhängig von Altersfreigaben angeboten. Damit erzeugt Nintendo nicht vordergründig wie Microsoft den Eindruck, dass man sich dort um die Eignung der Spielkonsolen sorgt. Beide Varianten werden in Bundles präsentiert.

Alterfreigabe Spiele für Switch

Ruft man die Spieleseite auf, kann man Spiele nach Alter filtern. Es gibt Spiele bis 5, 11, 15 und bis 17 Jahre.

3DS

Altersfreigabe 3DS

Die sogenannte 3DS Familie beinhaltet die Konsolen 2DS, 2DS XL und die 3DS XL.

Altersfreigabe Spiele für 3DS

Auch die Spiele für die 3DS Konsolen sind filterbar.

Kaufen oder Online

Spiele kann man bei Nintendo kaufen oder online spielen.

Kinderschutz

Hinweise für Eltern finden sich links unten im Menü, wenn man auf die 3 Punkte klickt. Lobenswert ist, dass man nicht lange suchen muss.

Zwischenfazit

Die 3 Hersteller Microsoft, Sony und Nintendo bieten alle Geräte und Spiele ab 0 Jahren an. Das ist kein großes Wunder, denn sie wollen Geräte und darüber Spiele verkaufen bzw. dazu animieren, Abonnements abzuschließen.

Microsoft bekommt es hin, Spiele nach Altersfreigabe filterbar zu präsentieren.

Sony ist selbst im Playstation* Store nicht in der Lage oder gewillt, eine Filterung für Spiele nach Altersfreigabe anzubieten.

Nintendo bietet ebenfalls die Möglichkeit, Spiele nach Eignung abhängig vom Alter zu filtern.

Die Filterfunktionen auf den Hersteller-Seiten können allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass der Kinder- und Jugendschutz in Deutschland ein Problem hat.

USK – Sinn und Unsinn

USK ist die Abkürzung für Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle. Bei der USK handelt es sich um eine freiwillige Einrichtung der Computerspielewirtschaft. Diese Prüfstelle stuft Spiele hinsichtlicher ihrer Eignung für Kinder und Jugendliche ein. Die Prüfung von Spielen, die nur online zur Verfügung gestellt werden, ist nicht verpflichtend.

Nur Inhalt auf dem Prüfstand

Eines solltest Du Dir ebenfalls klar machen. Die USK prüft Spiele nur auf ihren ggf. schädlichen Inhalt, also auf das, was zu sehen ist. Es ist bei der Einstufung nicht relevant, ob ein Spielkonzept, also die Ausrichtung eines Spiels, für Deinen Sohn oder Deine Tochter geeignet ist.

Nicht unabhängig

Es liegt auf der Hand, dass die USK ein Interesse daran hat, Spiele für soviele Kunden wie möglich nutzbar zu machen. Es ist nett gemeint, dass die USK Fragen beantwortet wie „Was können Eltern tun?“.

Kinder wachsen heutzutage ganz selbstverständlich mit digitalen Medien auf. Ihre Nutzung ist für sie eine Kulturtechnik, denn digitale Medien sind Instrumente, mit denen sie die Welt erkunden.

https://usk.de/fuer-familien/ratgeber/spielen-im-vorschulalter/

Manipulation durch Hersteller von Spielkonsolen

Dieses Zitat läßt sich auf der Ratgeberseite finden und hier wird deutlich, wie am Ende die USK tickt. Sie will verkaufen, denn sie macht hier eine Aussage, die schlichtweg Schwachsinn ist. Oder besser formuliert handelt es sich um eine manipulative Aussage.

Kinder entdecken die Welt, wohl gesagt, die Welt, mit ihren Händen, Ohren, Augen und ihrer Nase. Mit einer Konsole können Kinder nicht Dein Gesicht erkunden. Sie können Dich mit einer Konsole nicht riechen. Sie können damit nicht ausprobieren, auf ein Sofa zu gelangen und wieder runter. Und sie können mit einer Spielkonsole auch nicht hören, dass Du mit ihnen sprichst und was Du sagst.

Kinder wachsen erst dann mit einem digitalen Medium auf, wenn Du es zur Verfügung stellst. Ein 2-jähriges Kind ist nämlich nicht in der Lage, eine Konsole zu kaufen. Ein 12-jähriges Kind würde das hinbekommen, ist allerdings gar nicht geschäftsfähig, ist also darauf angewiesen, dass sein Vater oder seine Mutter das Geld in die Hand nimmt und eine Konsole kauft.

Nur der Handel von Spielkonsolen ist verpflichtet

Wie die USK selbst einräumt, regelt Deutschland mit der USK, welche Spiele im Handel ab welchem Alter an Kinder* und Jugendliche abgegeben werden dürfen.

Für Dich als Elternteil ist damit nicht geregelt, welche Spiele Du Deinen Kindern zur Verfügung stellen darfst. Es handelt sich letztendlich für Dich nur um eine Empfehlung.

Damit stellt sich in der Tat die Frage nach Sinn und Unsinn der USK. Denn damit bist Du als Mutter oder Vater dem ‚Druck des Marktes‘ ausgesetzt. Die Frage ist dann für Dich, wie und woran Du Dich bei Deinen Entscheidungen orientierst.

Die Spielkonsolen-Markt macht die Regeln?

Der Markt sagt, dass Spiele für Kinder ab 0 Jahre nicht nur vorhanden sind, sondern letztendlich unbedenklich. Neben den grossen Herstellern gibt es dutzend andere, die teilweise konkret den ‚Markt‘ Kinder von 0 – 6 Jahren bedienen. Darin steckt eine recht klare Botschaft. Es ist normal, dass Kinder mit Spielkonsolen spielen wollen. Wenn Spielkonsolen für Kinder nachgefragt werden, dann bauen wir sie und bieten sie zum Verkauf an.

Ganz nach dem Motto, dass der Markt das schon regeln wird.

Aus 3D mach 2D

Keine Frage! Die Anziehungskraft von Spielkonsolen auf Kinder ist enorm. Schließlich tauchen da Figuren auf, die lustige Sachen sagen oder machen und die oft in fantasievollen Umgebungen unterwegs sind.

Doch eines solltest Du Dir klar machen. Kinder sind von Haus aus neugierig und wollen alles anfassen und sich selbst ausprobieren. Und das müssen sie auch, denn vor ihnen liegen diverse Entwicklungsschritte, die sie machen sollten. Doch diese Entwicklungsschritte* können sie nur im Raum machen.

Das Spielen mit Spielkonsolen täuscht den Raum allerdings nur vor. Tatsächlich endet die Raumerfahrung sobald Kinder Spiele mit der Spielkonsole spielen. Klar, sie lernen schnell, die richtigen Knöpfe zu drücken und sie sind schnell besser als wir Erwachsenen. Doch glaube mir, dabei handelt es sich lediglich um eine Inselkompetenz.

Du merkst sicherlich, dass ich von Spielkonsolen in Kinderhänden nichts halte. Und du liegst richtig. Kinder unter 12 Jahre haben wichtige Aufgaben zu erfüllen, die ihre ganze Aufmerksamkeit verlangen. Sobald Kinder eine eingeschaltete Spielkonsole in die Hand bekommen, sind sie von diesen natürlichen Aufgaben abgelenkt.

Hersteller von Spielkonsolen sind bemüht, Spiele als geeignet für Kinder ab 0 Jahren anzupreisen. Doch wie in anderen Bereichen auch können sie selbstverständlicher Weise hierfür keine Beweise liefern.

Mit Spielkonsolen Schritt in die Isolation

Wenn wir an einer Spielkonsole spielen, entscheiden wir uns grundsätzlich für die Isolation. Wir sind gefordert, uns auf das Spiel zu konzentrieren. Wir möchten nicht gestört werden, Ansprache durch unseren Partner stört, die Außenwelt tritt in den Hintergrund, Zeit verliert ihre Bedeutung. Wenn wir uns als Erwachsene bewußt dafür entscheiden, ist das eine Sache. Kinder wissen nicht, womit das Spielen von Spielen an der Konsole einhergeht. Den Sog in diesen ‚Tunnel‘ können Kinder unter 12 Jahren nicht reflektieren.

Zugriff auf Internet

Spielkonsolen sind in der Lage, sich mit dem Internet zu verbinden. Das müssen sie allein schon deshalb können, weil Spiele nicht mehr nur installiert werden. Zunehmend sind diese online spielbar mit allen damit verbundenen Risken, wie spielinterne Chats und Zugriff auf andere Inhalte.

Selber Spieler oder nicht?

Wenn Du selbst Spiele an der Spielkonsole oder am PC spielst, magst Du ein Interesse daran haben, mit Deiner Tochter oder Deinem Sohn gemeinsam zu spielen. Das ist grundsätzlich logischer Weise nicht verwerflich. Doch denke darüber nach, dass Deine kognitive Entwicklung abgeschlossen ist, während Dein Sohn oder Deine Tochter sich kognitiv erst noch entwickeln muss.

Fazit

Hersteller von Spielkonsolen unternehmen viel, um Dir als Elternteil das Spielen Deines Kindes an der Spielkonsole schmackhaft zu machen. So heißt es, dass mit dem Spielen auch Lernerfahrungen gemacht werden können. Das ist richtig. Doch die Spielkonsole bietet Lernerfahrung nicht im 3-dimensionalen Raum.

Die großen Hersteller vermeiden es, das Thema Kinderschutz* auf ihren Seiten prominent zu verlinken. Sie überlassen Dir als Elternteil, Dich mit dem Thema zu beschäftigen. Aufgrund der aktuellen gesellschaftlichen Gegebenheiten bleibt die Verantwortung bei Dir. Die Gesellschaft bietet Dir Empfehlungen, die es Dir schwer machen, eine klare Haltung zu beziehen. Du wirst nur selten lesen, dass Kinder unter 12 Jahren keine angeschaltete Spielkonsole in die Hand bekommen sollten.

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es für Deinen Sohn und Deine Tochter besser ist, wenn sie erst ab 12 Jahren Erfahrungen mit einer Spielkonsole machen müssen (dürfen).

Über Michael Ueberschaer

Ich bin Michael Ueberschaer. Ich blogge zu den Themen Beziehung, Bildung, Erziehung, Gesundheit, Häusliche Gewalt und Kommunikation. Bis jetzt habe ich 55 Artikel veröffentlicht, wobei Häusliche Gewalt noch im Vordergrund steht. Zu den Themen Beziehung, Bildung, Erziehung, Gesundheit, Häusliche Gewalt und Kommunikation findest Du bereits Leitsartikel im oberen Menü.  

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