Transaktionsanalyse Eltern Ich

Zuletzt aktualisiert am 26. September 2022

Auch das Eltern Ich ist Teil der Transaktionsanalyse, die Eric Berne begründet hat. Die Transaktionsanalyse findet im Beruf häufige Anwendung, ist allerdings auch für eure private Kommunikation aufschlussreich. Während das Kindheits Ich entsprechend seines Namens darauf hinweist, dass wir eher kindlich unterwegs sind, zeigt uns das Eltern Ich einen anderen Aspekt unserer Persönlichkeit.

Aufgrund unserer Erfahrungen mit unseren Eltern kann es vorkommen, dass wir uns wie sie verhalten; oder komplett gegenteilig.

In folgenden gehe ich auf das Eltern Ich näher ein.

Eltern Ich und die innere Stimme

Wer kennt diese Formulierungen nicht? Diese Formulierungen, die wir in unserem Kopf mithilfe unserer Gedanken ständig wiederholen. Es sind Gedanken, die ihre Nahrung durch unsere Erfahrungen mit unserer Mutter und unserem Vater bekommen.

Diese Gedanken scheinen wir aus uns selbst heraus zu entwickeln, doch tatsächlich sind sie oft ein Echo dessen, was wir von unseren Eltern mehr oder weniger vorgelebt, erfahren bzw. gehört haben.

Es sind auch Sätze wie der folgende:

Iss Deinen Teller auf, sonst gibt es morgen keinen Sonnenschein!

Es sind auch Handlungsanweisungen wie:

Lass die Hände auf dem Tisch!

oder auch sogenannte Lebensweisheiten wie:

Wer schön sein will, muss leiden.

oder:

Ein Indianer kennt keinen Schmerz.

Derlei Aussagen der Eltern oder auch bestimmte Handlungsweisen brennen sich in unser Gedächtnis und können sich in unserem Eltern Ich manifestieren; also festsetzen.

Transaktionsanalyse und Gefühle im Eltern Ich

Eltern, Vater und Mutter erzeugen sozusagen ein Bild davon, wie Eltern richtiger Weise mit Gefühlen umgehen. Elterliches Verhalten ist nicht immer ausschließlich durch die Liebe zu ihren Kindern angetrieben. Sie wollen es oft besser machen als ihre eigenen Eltern. Sie möchten, dass ihre Kinder bessere Chancen im Beruf haben, weniger unangenehme Erfahrungen als sie selbst machen (müssen).

Gefühle wie Sorge oder Angst transportieren sie mehr oder weniger unbewußt zu ihren Kindern, die ihr eigenes zukünftiges Eltern Ich mit ihnen füttern.

Kinder, deren Eltern kaum Gefühle zeigen, entwickeln dagegen vielleicht ein Eltern Ich, welches sich Gefühle verbietet.

Transaktionsanalyse – Du bist nicht OK

Wenn wir als Kinder bewertende Rückmeldungen hören, kann bei uns der Eindruck entstehen, wir sind nicht in Ordnung, so wie wir sind. Dann prägt sich bei uns die Auffassung, dass wir nicht ausreichen, nicht genug tun oder Dinge falsch machen.

Teil der Transaktionsanalyse ist deshalb auch, zu betonen, dass wir OK sind, so wie wir sind. Unsere Eltern Ich Anteile verleiten uns allerdings nicht nur, uns für nicht OK zu halten, sondern uns aufgrund dieser Auffassung auf spezielle Weise zu verhalten und/oder zu kommunizieren.

Eltern Ich und unser Verhalten

Eltern verhalten sich oft entsprechend der Rollenerwartungen, die ihnen gesellschaftlich zugeschrieben werden. Mütter verhalten sich zum Beispiel meistens führsorglich, beschützend oder auch belehrend bzw. mahnend. Viele Väter verhalten sich eher zurückhaltend, ihren Töchtern gegenüber nachgiebig und ihren Söhnen gegenüber eher

Das Verhalten der eigenen Eltern kann sich in unserem Eltern Ich niederschlagen. Daraus kann sich ergeben, dass wir uns ähnlich oder vollkommen entgegengesetzt verhalten.

Mütter ziehen ihrem 10-jährigen Sohn vielleicht noch die Jacke an oder schmieren der 8-jährigen Tochter das Brot. Vielleicht fährt der Vater seine Tochter noch in der 3. Klasse zur Schule.

Wenn wir uns unbewußt im Eltern Ich befinden, verhalten wir uns im schlechtesten Fall nicht erwachsen.

Eltern Ich und unsere Kommunikation

Auch unser Kommunikationverhalten kann getrübt sein, wenn wir uns im Eltern Ich befinden. So kann es sein, dass wir unseren Partner indirekt ständig belehren; mit Formulierungen wie Mach das doch so oder Ich würde das anders machen.

Es kann auch bedeuten, dem Partner mit Du-Botschaften zu begegnen, die als Vorwurf aufgefasst werden können.

  • Du liebst mich nicht
  • Du kümmerst Dich nicht um unsere Kinder
  • Du hörst mir nicht zu

Transaktionsanalyse Eltern Ich erschwert Verständigung

Es ist wichtig zu wissen, dass wir uns (unbewußt) im Eltern Ich befinden können. Es handelt sich mehr oder weniger um einen Zustand, der uns erwaschsenes Beziehungsverhalten und Kommunikationsverhalten erschweren kann. Denn befinden wir uns in diesem Ich-Zustand, sind wir nicht erwachsen. Wir werden uns dann also eher nicht erwachsen verhalten und auch nicht erwachsen kommunizieren.

Er kann nicht nur uns selbst beeinträchtigen. Er kann auch Beziehungsprobleme und Kommunikationsprobleme herauf beschwören und dadurch unsere Beziehungen stören. Mit dem Wissen über das Eltern Ich können wir daran arbeiten, diesen Ich-Zustand bewußter zu erleben und entsprechend besser zu reflektieren.

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