Corona Pandemie und Häusliche Gewalt

Zuletzt aktualisiert am 9. August 2021

Die Corona Pandemie verursacht mehr Häusliche Gewalt, so heißt es in einem Artikel bei der Tagesschau. Ich habe jedoch bereits mehrfach darauf hingewiesen, wie weit verbreitet es ist, das Gewaltverhalten von Tätern von diesen abzukoppeln. Auch die Sicherheim Kampagne bildet hier letztendlich keine Ausnahme.

Im folgenden gehe ich deshalb darauf ein, dass Täter zunächst selbst zu Opfern gemacht werden und somit ihrer Verantwortung entledigt werden.

Druck und Sorgen in der Corona Pandemie verursachen Häusliche Gewalt

Im Jahr der Corona-Krise haben mehr Opfer häuslicher Gewalt beim Weißen Ring Hilfe gesucht. Die Organisation führt das auch auf den Druck und die Sorgen durch Lockdown und wirtschaftliche Unsicherheit zurück.

https://www.tagesschau.de/inland/coronakrise-gewalt-101.html

So heißt es im einleitenden Satz bei tagesschau.de. Es wird berichtet, dass mehr Opfer Häuslicher Gewalt Hilfe beim Weissen Ring gesucht haben.

Die Täter kommen nicht vor.

Vielmehr werden Druck und Sorgen durch den Lockdown als Ursache für das Zuschlagen von Tätern heran gezogen.

Der Weisse Ring spricht von einer Zunahme Häuslicher Gewalt um 10%. Weiter heißt es, dass der Weisse Ring die wegen der Coroan Pandemie angeordneten Beschränkungen als Ursache dafür ausgemacht hat, dass Häusliche Gewalt zunimmt.

Im gesamten Artikel kommen die Täter nicht vor.

Mehr Sorgen und Anforderungen durch Pandemie

Die Corona-Maßnahmen bringen aus Sicht von Ziercke mehrere Risiken mit sich. „Der Lockdown führt dazu, dass wir in einer Phase zunehmender Gereiztheit miteinander leben“, führte er an. Zu den Beschränkungen im alltäglichen Leben kämen teils beengte Wohnverhältnisse hinzu, eventuell finanzielle Sorgen durch Kurzarbeit oder Jobverlust und zusätzliche Anforderungen, etwa weil Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder fehlen. Ziercke sprach von einem wirtschaftlichen und psychischen Druck.

https://www.tagesschau.de/inland/coronakrise-gewalt-101.html

Im Detail sind demnach für die Gewalttaten der Täter also verantwortlich:

  • beengte Wohnverhältnisse
  • finanzielle Sorgen
  • mangelnde Kinderbetreuung

Tagesschau. de ist eine Nachrichtenseite mit einer immensen Reichweite. Sie erreicht sicherlich auch Täter. Tagesschau.de liefert Tätern somit auf dem Silbertablett ihre Entschuldigung.

Kein Hinweis auf Unterstützungangebote für Täter

Täter, die ihr Gewaltverhalten beenden möchten, benötigen hierfür dringend Unterstützung. Freiwillige Täterarbeit ist das Instrument, welches Täter dabei unterstützt, ihr Gewaltverhalten dauerhaft zu beenden.

Doch im Artikel kommt Täterarbeit nicht vor.

Hotline gegen Gewalt

Täter brauchen ebenfalls Unterstützung, die ihnen die Hotline gegen Gewalt bietet:

01805 – 439 258 (14 ct/min)26 62 12 11 (4 ct/min)
0820 – 439 258 (14 ct/min)0840 – 439 258 (9 ct/min)

Die Hotline vermittelt auch, wenn möglich, Gewaltberater, Gewaltberaterinnen, Phaemoberater oder Phaemoberaterinnen.

Corona Pandemie und Häusliche Gewalt hängen nicht zusammen

Es ist schwer einsehbar, dass die Corona Pandemie keine Häusliche Gewalt erzeugt. Auch die Beschränkungen im Lockdown sind nicht verantwortlich. Täter mögen Druck erleben und/oder Sorgen haben. Verantwortlich sind nur die Täter, die sich dazu entscheiden, ihre Partnerin und/oder Kinder zu schlagen.

Wenn Du also selbst diesbezüglich einen Unterstützungsbedarf hast, dann rufe die Hotline an! Warte nicht!

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