Verbotene Gefühle – Häusliche Gewalt beenden – Teil 6

()

Verbotene Gefühle sind Teil der Logik, der sich Täter durch eigene Entscheidungen letztendlich ergeben haben. Mit dieser Logik berauben sich Täter nicht nur ihrer Menschlichkeit, sondern schränken ihre eigenen Handlungsalternativen massiv ein.

In diesem Artikel meiner Artikelserie über das Beenden Häuslicher Gewalt erhälst Du einen Eindruck, inwieweit Täter sich das Beenden ihres Gewaltverhaltens selbst erschweren.

Verbotene Gefühle ausmachen

Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass sich nicht nur Täter eigene Gefühle verbieten. Auch die meisten Männer, die keine Häusliche Gewalt erzeugen, zwingen sich dazu, bestimmte Gefühle nicht zu haben.

Doch Täter entscheiden sich immer wieder für ihr Gewaltverhalten, weil sie damit ihrem eigenen Verbot vermeintlich gerecht werden. Das klingt wahrscheinlich kompliziert und das ist es auch. Täter verbieten sich Gefühle und schlagen zu, um sich mit diesem Verbot selbst zu bestätigen.

Ein Teufelskreis.

Aus diesem Teufelskreis, auch Gewaltkreislauf genannt, auszubrechen, bringt die Notwendigkeit mit sich, verbotene Gefühle auszumachen.

Ärger als Hinweis auf verbotene Gefühle

Dies ist nicht so schwierig, denn es gibt für Täter ein wesentliches Indiz dafür, dass sie mit einem sich selbst verbotenen Gefühl konfrontiert sind.

Immer wenn Täter (und auch Männer) Ärger erleben, sollten sie fortan überprüfen, ob sie diesen Ärger selbst erzeugen. Ärger kann originär sein, ist allerdings häufig ein derivates, selbst produziertes Gefühl.

Es ist immer wahrscheinlich, dass ein anderes oder mehrere andere Gefühle da sind.

Anspannung als Indiz

Auch Anspannung ist oft ein wesentliches Indiz dafür, dass Täter mit gewissen Gefühlen durch den Alltag gehen und diese nicht merken dürfen.

Selbstverständlich gilt auch dies für viele Männer, die nicht zuschlagen.

Entsprechend sollten sich Täter fragen, wenn sie angespannt sind, mit welchen Phänomenen sie derzeit konfrontiert sind und sich auf die Suche begeben, welches Gefühl sie dazu haben.

Einen Hinweis darauf, welche Gefühle Täter ausmachen könnten, finden sich in dem Artikel zur Häuslichen Gewalt und Gefühlen.

Verbotene Gefühle wieder erleben

Wenn Täter Gefühle aus persönlichen Gründen als Bedrohung bewerten, verbieten sie sich deren Erleben. Die Folgen sind in mehrfacher Hinsicht extrem problematisch. Denn je starrer ihr Bild vom Mannsein hinsichtlich ihrer Gefühle ist desto eher erzeugen sie regelmäßig Häusliche Gewalt.

Obwohl unangenehme Gefühle kaum Vergnügen bereiten, sind sie eine wesentliche Ressource zur Beendigung häuslicher Gewalt.

Bist Du oft ärgerlich oder angespannt?

Wie hilfreich war dieser Beitrag?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung / 5. Anzahl Bewertungen:

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Es tut uns leid, dass der Beitrag für dich nicht hilfreich war!

Lasse uns diesen Beitrag verbessern!

Wie können wir diesen Beitrag verbessern?

Über Michael Ueberschaer

Ich bin Michael Ueberschaer. Ich bin Sozialpädagoge, Gewaltberater und Paarberater. Ich blogge zu den Kernthemen Beziehung und Kommunikation sowie den Unterthemen Bildung, Erziehung, Gesundheit und Häusliche Gewalt. Bis jetzt habe ich 85 Artikel veröffentlicht. Bezüglich der Kernthemen und Unterthemen findest Du Links zu den Leitartikeln in den beiden oberen Menüs.  

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.