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Frauenhäuser Deutschland

Frauenhäuser in Deutschland sind für Frauen, die Opfer sind, der Ort, um zur Ruhe zu kommen. Doch Frauenhäuser müssen in Deutschland Frauen immer wieder abweisen.

Denn es fehlen Plätze. Mit der Instanbul-Konvention soll es pro 10000 Einwohner einen sogenannten Family Place geben. Im November 2019 fehlen Frauenhäusern in Deutschland also knapp 15000 Plätze. Das ist fatal und zwar aus folgenden Gründen.

1. Frauenhäuser können nicht spontan aufnehmen

Frauen, die von ihren Partnern geschlagen werden, sind ohnmächtig, unsicher und haben Angst. Diese Gefühle sind sehr unangenehm und sind der Grund dafür, dass Opfer nur schwer in Handlung kommen.

In der ständigen Bedrohungslage gelingt es Opfern nachvollziehbar nur kurz, den nötigen Mut für Veränderungen aufzubringen; wenn überhaupt. Opfer brauchen also die Möglichkeit, spontan und schnell von Frauenhäusern aufgenommen zu werden. Bei einem derartigen Platzmangel, wie er sich aktuell darstellt, kann es diese Möglichkeit nicht geben.

2. Signal der Gesellschaft in Deutschland

15000 fehlende Plätze in Deutschland sind nicht vernachlässigbar. Hier besteht ein derart grosses Defizit, dass damit die Gesellschaft auch ein höchst problematisches Signal an die Opfer und auch an die Täter sendet.

An die Opfer

Das Signal der Gesellschaft lautet: Eure Sicherheit ist uns nicht wichtig. Euer Leid interessiert uns maximal am Rande. Klar! Die Gesellschaft formuliert dies niemals so deutlich. Gerade in der aktuellen Situation wird viel geredet und Verbesserungen in Aussicht gestellt. Doch passiert am Ende tatsächlich etwas Gravierendes?

An die Täter

Täter können sich relativ sicher sein, dass ihre Opfer es sich 2mal, 3mal und öfter überlegen, bevor sie den Schritt raus aus dem Ort des Gewaltverhaltens wagen. Ihr Gewaltverhalten ist nicht mit klaren gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in Frage gestellt.

Fazit

Die Bedeutung von Frauenhäusern wird derzeit in Deutschland nachhaltig unterschätzt. Ursächlich hierfür ist, dass nicht betroffende Entscheidungsträger keine Ahnung haben, welche Grenzüberschreitung Gewaltverhalten besonders innerhalb der Familie bedeutet.

Opfer Häuslicher Gewalt sind darauf angewiesen, dass andere ihre Grenzen im Nachhinein wieder herstellen und zwar ohne Umschweife. Frauenhäuser sind hierfür ein wichtiges Instrument! Sie sind damit weit mehr als lediglich eine Alternative zum Wohnen.

Post Author: Michael Ueberschaer

Diplom Sozialpädagoge (Uni)
Gewaltberater (GHM)
Gewaltpädagoge (GHM)

Erfahrungen in der Begleitung von Jugendlichen, psychisch erkrankten Menschen, der Beratung von Tätern und Täterinnen, der Einzelberatung und in der Paarberatung.
Unsere Beziehungsgestaltung zu uns selbst und zu unseren Mitmenschen beeinflußt unsere Lebensqualität.

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