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Wie kann man Kommunikationsprobleme lösen?

Wie kann man Kommunikationsprobleme lösen

Kommunikationsprobleme zu lösen ist immer eine Aufgabe für beide Personen, denen es nicht gelingt, sich angemessen zu verständigen. Dabei können unterschiedlichste Aspekte eine Rolle spielen. Grundsätzlich geht es immer um euer Verhalten als Sender und Empfänger eurer Nachrichten.

In diesem Artikel erfahrt ihr, warum ihr daran arbeiten solltet, als Sender und Empfänger von Nachrichten besser zu werden. In diesem Artikel wird es auch darum gehen, inwiefern ihr euch selbst daran hindert, auf der einen Seite klare Botschaften als Sender zu übermitteln und auf der anderen Seite als Empfänger dazu beitragt, Nachrichten misszuverstehen. Grundlage dieses Artikels ist das 4 Ohren Modell von Friedemann Schulz von Thun.

Kommunikationsprobleme durch Interpretation und Spekulation

Verantwortung als Sender und Empfänger

Wenn wir uns miteinander unterhalten, sind wir zum einen gefordert, Nachrichten zu senden, die möglichst klare Botschaften beinhalten. Und wir sind auf der andere Seite gefordert, als Empfänger zuzuhören und die Nachricht, die wir erhalten, zu verstehen.

Wir sind also sowohl als Sender als auch als Empfänger gefordert, maximal dazu beizutragen, dass unsere Kommunikation im Sinne einer verständigung funktioniert.

Unser Verhalten als Empfänger beeinflusst unser Verhalten als Sender

Während eines Gesprächs sind wir in unterschiedlich schneller Abfolge sowohl Sender als auch Empfänger von Nachrichten. Wenn wir auf eine Nachricht unseres Gegenüber reagieren, hängt unser Verhalten als Sender direkt von unserem vorherigen Verhalten als Empfänger ab.

Als Empfänger sind wir, ja man kann sagen, dazu verpflichtet, zu überprüfen, ob wir die Nachrichtn unseres gegenüber wirklich verstanden haben. Und dies meint nicht nur, ob wir die einzelnen Worte hören konnten, sondern auch, ob wir tatsächlich erfasst haben, was uns unser Gegenüber mitteilen möchte. Erschwerend kommt hinzu, dass Nachrichten unseres Gegenüber bei uns grundsätzlich Gefühle auslösen. je unangenehmer diese Gefühle sind desto mehr sind wir gefordert, mit ihnen dahingehend umzugehen, sie zu merken und sie ggf. mitzuteilen.

Klare Botschaften gegen die Interpretation

Der Sender einer Nachricht ist seinerseits gefordert, in seine Nachricht Botschaften auf den passenden Ebenen zu formulieren. Denn nur damit stellt er sicher oder trägt seinen Teil dazu bei, dass der Empfänger nicht verleitet wird, zu interpretieren.

Kommunikationsprobleme und Missverständnisse

Grundsätzlich kann man sagen, dass Kommunikationsprobleme letztendlich entstehen, weil der Empfänger einer Nachricht diese missversteht. Es ist allerdings niemals eindeutig zu sagen, mit welchem Prozentteil der Sender oder Empfänger für ein Missverständnis verantwortlich ist.

Es kann also sein, dass bei der einen Nachricht der Sender Sender zu 15% und der Empfänger zu 85% seinen Teil beiträgt. Und bei einer anderen Nachricht sind Sender jeweils zu 50% verantwortlich für das Missverständnis.

4 mögliche Ebenen für unsere Kommunikation

Wir haben grundsätzlich die Möglichkeit, Botschaften auf 4 verschiedenen Ebene zu formulieren und damit Informationen bzw. Anliegen zu vermitteln. Wir haben die Sachebene, mit der wir eine Information oder Sachinhalt übermitteln können. Es gibt die Selbstoffenbarungsebene, mit der wir unserem Gegenüber miteilen können, wie es uns geht oder was wir uns wünschen. Wir haben als 3. Ebene die Appellebene zur Verfügung, mit der wir unserem Gegenüber, also dem Empfänger unserer Nachricht, zu etwas auffordern können. Und schließlich gibt es die Beziehungsebene, mit der wir zum einen mitteilen können, wie wir zu unserem Gegenüber stehen, oder andereseits, was wir uns konkret von ihm wünschen.

Kommunikationsprobleme lösen mit diesen 3 Ebenen

Enthalten unsere Nachrichten Botschaften auf der Selbstoffenbarungsebene, der Appellebene oder der Beziehungsebene, hat dies zur Folge, dass unsere Nachrichten klarer und unmissverständlicher beim Empfänger ankommen. Nutzen wir die Selbstoffenbarungsebene und sagen zu unserem Empfänger

Ich bin frustriert

dann kann der Empfänger grundsätzlich aufnehmen und verstehen, dass wir genau das sind, nämlich frustriert.

Nutzen wir für unsere Nachricht nur die Appellebene, indem wir zum Beispiel sagen

Gehe bitte in den Keller und hole Getränke rauf!

dann sollte unser Empfänger ohne grosse Schwierigkeiten in der Lage sein, zu begreifen, dass er Getränke aus dem Keller herauf holen soll.

Geben wir unserer Nachricht eine Botschaft nur auf der Beziehungsebene mit wie zum Beispiel mit der Aussage

Ich wünsche mir von Dir, dass Du mir zuhörst

kann unser Gegenüber im Normalfall erkennen, das wir uns etwas wünschen und zwar von ihm oder ihr.

Sachebene verursacht schnell Kommunikationsprobleme

Die Sachebene hingegen sollte man als Sender einer Nachricht nur mit äußerster Vorsicht nutzen. Ihr findet dazu bereits den ein oder anderen Artikel; zum Beispiel zur Aussage Der Müll ist voll. Botschaften auf der Sachebene sind letztendlich nur unproblematisch im Sinne eurer verständigung, wenn ihr auf eine Frage, mit der eine Information eingeholt werden soll, antwortet.

Wie spät ist es? -> Es ist 15.47 Uhr.

Hast Du den Einkaufszettel eingesteckt? -> Ja, habe ich ich.

Ein Gespräch eröffnen

Woll ihr als Sender ein Gespräch eröffnen, solltet ihr euch reiflich überlegen, ob ihr eine Frage stellen solltet oder ob ihr nicht besser daran tätet, eine Botschaft auf eine der 3 Ebenen Selbstoffenbarung, Appell oder Beziehung zu nutzen. Damit könnt ihr unter anderem Kommunikationsprobleme lösen.

Denn nur zu oft stellen wir eine Frage, obwohl wir mit einem Gefühl oder mit einem Bedürfnis oder mit dem Wunsch, unsere Grenze(n) aufzuzeigen, ein Gespräch beginnen. Die Gefahr ist dann gegeben, mit der Sachebene Kommunikationsprobleme zu begünstigen.

Als Sender antworten und vorher Empfänger sein

Wenn ihr auf die Nachricht eures Gesprächspartners reagieren wollt, dann wart ihr vorher Empfänger seiner Nachricht. Ihr müsst zunächst dessen Nachricht verarbeiten und seid dann gefordert auf dem Hintergrund dessen, was sich bei euch einstellt, auf die Nachricht zu antworten.

Dazu bedarf es eurer Selbstwahrnehmung dahingehend, dass ihr zum einen entscheiden müsst, ob ihr die Nachricht eures Gesprächspartners wirklich verstanden habt, sowohl akkustisch als auch inhalktlich. Und ihr solltet andererseits in der Lage sein, zu merken, welches Gefühl oder welche Gefühle sich durch die Nachricht bei euch einstellt.

Wechsel zwischen Rolle als Sender und Empfänger

Während eines Gesprächs seid ihr im mehr oder weniger schnellen Wechsel sowohl Sender als auch Empfänger. Deshalb solltet ihr, möchtet ihr eure Kommunikationsprobleme lösen, an eurem Verhalten als Sender und als Empfänger arbeiten.

Artikelserie für Einsteiger – Als Sender besser werden und Kommunikationsprobleme lösen

In meiner Artikelserie Als Sender besser werden findet ihr bereits Anleitungen dazu, was ihr als Sender beachten solltet. Möchtet ihr damit beginnen, euer Verhalten als Sender zu hinterfragen und zu verbessern, dann könnt ihr diese Artikel dazu nutzen; gerne auch Kommentare schreiben oder Fragen zum Verständnis stellen.

Als Sender besser werden - Sachebene vermeiden und damit Kommunikationsprobleme lösen
Die Sachebene solltet ihr sparsam einsetzen.
Als Sender besser werden - Behauptungen vermeiden
Behauptungen lösen schnell Diskussionen aus.
Als Sender besser werden - Fragen vermeiden und damit Kommunikationsprobleme lösen
Fragen sind nur selten für die Gesprächseröffnung geeignet.
Als Sender besser werden - Wir-Aussagen vermeiden und damit Kommunikationsprobleme lösen
Wir-Aussagen erzeugen Nebel innerhalb eurer Kommunikation.
Als Sender besser werden - Du-Botschaften vermeiden
Du-Botschaften erzeugen Widerstand.
Appellebene und Beziehungsebene gezielt einsetzen und damit Kommunikationsprobleme lösen
Isolatoren und Konfluentiker brauchen gezielte Ansprache.

Als Empfänger besser werden

Euer Verhalten als Sender hängt wie bereits festgestellt mit eurem Verhalten als Empfänger zusammen. Es ist deshalb ratsam, dass ihr auch hinsichtlich eurer Verarbeitung von Nachrichten besser werdet.

Verarbeitung von Nachrichten kann Kommunikationsprobleme lösen

Entgegen der weit verbreiteten Auffassung müsst ihr Nachrichten nicht entschlüsseln. Unsere Sprache hält genügend Möglichkeiten dafür parat, dass wir uns als Sender verständlich ausdrücken können. Unsere Sprache ist kein Geheimcode, den man mit einem Programm oder anderen Werkzeugen decodieren muss.

Wenn ihr eine Nachricht empfangt, solltet ihr in der Lage sein, euch selbst wahrzunehmen und das Interpretieren von Nachrichten zu unterlassen bzw. einzuschränken. Dazu wird es in Kürze ebenfalls eine Artikelserie auf Aufklärung tut Not geben.

Eure Kommunikationsprobleme lösen

Eure Kommunikation gestaltet ihr durch euer Verhalten als Sender und Empfänger von Nachrichten. Mit eurem Verhalten als Empfänger beeinflusst ihr auch euer Verhalten als Sender.

Wollt ihr eure Kommunikationsprobleme lösen, dann solltet ihr als Sender das ein oder andere vermeiden. Für euch als Empfänger gilt es, euch besser selbst wahrzunehmen und damit eure Neigung zur Interpretation zu reduzieren.

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